Kategorie-Archiv: Tourismus

Meldeschein Online

Seit einigen Jahren stellt der Kurbetrieb Dahme den Vermietern eine Software zur Verfügung, mit der sie ihre Gäste direkt ohne ein handschriftliches Formular erfassen können. Dahme war vermutlich einer der ersten Orte an der holsteinischen Ostsee, die das umgesetzt haben. Glückwunsch zu diesen Entscheidungen in der Vergangenheit!

In Dahme werden nach Angaben des Kurbetriebs fast 80% aller Meldescheine durch die Vermieter erfasst. Das ist ein sehr hoher Anteil und deutet auf sehr engagierte Vermieter im Ort hin. Ich vermute auch hier, dass Dahme in dieser Hinsicht den Vergleich mit den Nachbarorten nicht scheuen muss.

Software soll Kosten sparen

Die Entlastung von Arbeit durch die Vermieter dürfte dem Kurbetrieb in Summe eine Menge Kosten sparen. Diese eingesparten Kosten können, sofern sie nicht wirklich gespart werden, zumindest an „sinnvollerer Stelle verwendet werden“.

Es ist leicht vorstellbar, dass das Abtippen von händisch ausgefüllten Meldescheinen eine 1. fehleranfällige und 2. unangenehme Aufgabe ist. Diese unangenehme Aufgabe übernehmen in Dahme zu 80% die Vermieter, Vermittler und Campingplatzbetreiber für den Kurbetrieb. Auch wenn die Kosten dem Kurbetrieb erspart bleiben, fallen sie trotzdem an. Das Ziel jeder Verwaltung sollte sein, Kosten einzusparen, egal an welcher Stelle der Leistungskette sie entstehen.

Den „Vermietern“ wurde in den letzten Jahren eine kleine Anerkennung dafür gezahlt, dass sie dem Kurbetrieb Kosten gespart haben. Bei einer angenommenen Aufenthaltsdauer von 5 Nächten werden diese 3% Vergütung bei einer angenommenen durchschnittlichen Abgabe von 2,50 EURO pro Tag und erwachsener Person über das komplette Jahr betrachtet etwa

2 Personen x 5 Nächte x 2,50 EURO x 3% = 0,75 EURO pro Meldeschein

ergeben haben. Das als „Provision“ zu bezeichnen, halte ich für etwas übertrieben.

Den nächsten Schritt machen, liebe Verwaltung!

Der Schritt zum „Online-Meldeschein“ war eine gute Maßnahme. Der Software-Hersteller AVS spricht davon, dass „Meldescheine und Gästekarten in der Gegenwart angekommen“ sind. Aber was kommt in der Zukunft?

Was spricht dagegen nicht nur die Kurverwaltung sondern auch die Gastgeber durch den Einsatz von Software zu entlasten?

  • Szenario: Erfassung der Daten durch den Gast
  • Der Gast kann sich im Online-Shop des Kurbetriebs eine OstseeCard kaufen. Der Vermieter muss jetzt nur noch laut Satzung sicherstellen, dass der Gast eine OstseeCard hat. Wenn der Gast noch keine hat, kann der Vermieter dem Gast eine OstseeCard ausstellen und diesem ggf. die Kosten ( 75 cent … ;) ) dafür in Rechnung stellen. Schuldner der Kurabgabe ist laut Satzung der Gast.

Die satzungsgemäße Zuordnung zum Vermieter könnte über einen Schlüssel erfolgen, den der Gastgeber seinem Gast vorher mitteilt.

Die Verifizierung könnte über einen Barcode / QR-Code erfolgen. Vorgedruckte Formulare sind nicht nötig. Auch diese verursachen nur Kosten (Arbeit = Kosten), ohne erkennbaren Mehrwert. Für die Verifizierung sind auch keine extra Geräte notwendig. Eine Smartphone-App sollte ausreichen, um die Gültigkeit eines Barcodes zu überprüfen. Es müssen dafür keine persönlichen Daten übertragen werden. Und da wir jetzt am Strand ein funktionierendes Highspeed-WLAN haben, brauchen auch die Strandschaffner kein Datenvolumen für das Mobilnetz.

Bei der Bahn klappt das mit der Selbstbedienung schon seit 20 Jahren. Jedes Kino, Theater, Museum hat einen Online-Shop für Eintrittskarten. Warum soll das mit der Kurabgabe nicht auch über diesen Weg funktionieren?

Habe ich etwas wichtiges vergessen in meiner Argumentation? Dann lassen Sie uns drüber sprechen.

PS. Eine Exportmöglichkeit für die Fremdenverkehrsstatistik wäre auch nicht schlecht. Die Daten aus den Meldescheinen sollten das hergeben. Das wäre eine deutlich kleinere Aufgabe für die Softwarehersteller und auch eine deutliche Entlastung für die Vermieter.

PPS. Bei der Gelegenheit noch einmal gefragt: warum haben die Strandkorbvermieter in der Satzung noch immer nicht die gleiche Verantwortung wie die Unterkunftsgeber?

10 Pflichten und Haftung der Unterkunftsgeber versus (4) Tagesgäste, die Kureinrichtungen in Anspruch nehmen wollen, haben die Kurabgabe vorher bei den Annahmestellen oder den Strandkorbvermietern zu entrichten.

PPPS. Den ersten Text zur Online-Erfassung des Meldescheins zur Kurabgabe habe ich am 24. August 2005 gepostet.

Arbeiten an der Ostsee

Deine Aufgaben findest Du in der Durchführung der Wohnungswechsel und bei Interesse in der Mitarbeit im Garten. Du solltest also Freude daran haben, eine Wohnung oder ein Zimmer so zu reinigen und vorzubereiten, dass jemand gerne darin wohnt. Es können sich daneben durchaus auch andere Arbeitsbereiche ergeben. Dies gilt vor allem für eine länger angelegte Zusammenarbeit.

Mehr Informationen: ein ganzen Sommer an der Ostsee

Fahrraddemo Riepsdorf

Radfahren von Grube nach Lensahn ist lebensgefährlich. Für Gruber Kinder, die in Lensahn zur Schule gehen, ist es nahezu unmöglich selbständig mit dem Fahrrad zur Schule zu fahren. Ein Radweg zwischen Grube und Thomsdorf sowie zwischen Riepsdorf und Rüting würde die Situation erheblich verbessern.

Mitmachen bei der Fahrraddemo am 15.4.2017!

Sicheres WLAN für Ferienwohnungen

Die Nachfrage nach kostenlosen Internetzugängen in Ferienwohnungen oder Gastronomie wird trotz zunehmender Mobilverbindungen und dem Ausbau von LTE nicht kleiner. Es ist bekannt, dass man seinen persönlichen Internetzugang keinen Unbekannten zur Verfügung stellen sollte. Ansonsten sind Sie selbst verantwortlich für alles, was dieser anonyme Nutzer mit Ihrem Internetzugang veranstaltet. Zwar wird davon gesprochen, dass es diese sogenannte Störerhaftung nicht mehr gibt. Sicher gehen Sie aber, wenn Sie sich diesem Risiko nicht aussetzen.

Heutzutage reicht ein Personalausweis, der in der Nähe eines Tatorts herumliegt, um einen Täter „eindeutig“ zu identifizieren. In die gleiche Kategorie fällt eine IP-Adresse, die an einem elektronischen Tatort auftaucht. Wer möchte schon eine Hausdurchsuchung riskieren, weil ein Gast z.B. einen Virus auf dem Rechner oder Telefon hat und dieses Gerät dadurch irgendwelchen Mist verzapft. Am „Tatort“ liegt dann die IP-Adresse Ihres Internetanschlusses rum. Was soll die Polizei anderes tun als zuerst bei Ihnen zu ermitteln?

So schützt Freifunk Sie vor Haftung

Wenn jemand über Ihren Internetzugang Freifunk nutzt und etwas illegales ausführt, taucht am Tatort die IP-Adresse von Freifunk auf und nicht die Ihres Internetanschlusses. Freifunk ist dann der Provider. Mehr Informationen zu der rechtlichen Situation bei Freifunk

Freifunk ist einfach und schnell installiert

1. Kaufen Sie einen Router (gibt es hier fix und fertig konfiguriert mit Software des Freifunk Ostholstein e.V.), auf dem eine alternative Software laufen kann, beispielsweise den TP-Link TL-WR1043ND oder den TL-WR841N/ND

2. Laden Sie sich die kostenlose Firmware von Freifunk herunter (hier für Ostholstein)

3. Werden Sie Mitglied im Freifunk Ostholstein e.V.

Wenn Sie Hilfe bei dem Projekt brauchen …

Rufen Sie mich an oder schreiben Sie eine Email. Ich stehe im nördlichen Ostholstein für Freifunk-Support zur Verfügung. Ich helfe auch gerne, wenn Sie auf Linux umsteigen möchten. Auch das ist kein Hexenwerk, wenn Sie freiheitlich denken und eine gewissen Offenheit mitbringen.

Dahme im Winter

Eine kleine Fingerübung in Sachen Videoproduktion ist das Video „Dahme im Winter“. In einem gut zwei Minuten langen Video habe ich ein paar Argumente für eine Reise im Winter nach Dahme zusammengestellt. Ein sanfter Spannungsbogen, weiche Schnitte und der Inhalt, den Dahme im Winter vor allem hat: extreme Ruhe und Wellenrauschen! Spaß hat es gebracht und macht Lust auf mehr Videos rund um den Urlaub an der Ostsee.


Ostsee im Winter – Raus aus der Stadt von meeresbrise

Wo ist der Fehmarnbelt?

Wer wissen möchte, wo der Fehmarnbelt nicht ist, muss sich nur die Schilder der (tollen!) Initiative „Abenteuer Ostholstein“ ansehen. Da ist etwas schiefgegangen.

Zwischen dem deutschen Festland und der Insel Fehmarn ist der vielleicht 1 km breite Fehmarnsund. Zwischen den beiden Inseln Fehmarn (D) und Lolland (DK) ist der etwa 20 km breite Fehmarnbelt. Über den Fehmarnsund führt seit Anfang der 1960er Jahre eine inzwischen denkmalgeschützte Brücke mit zwei Auto- und einer Bahnspur. Über den Fehmarnbelt fahren seit dem Bau der Fehmarnsundbrücke rund um die Uhr Fähren, die Menschen, Autos, LKW und Züge mitnehmen.

Die Ostsee ist ein besonders empfindliches Meeresgebiet

Seit 2004 ist die Ostsee vom International Maritime Organization (IMO) als besonders empfindliches Meeresgebiet eingestuft. Das ist Grund genug, den zu recht heftig umstrittenen geplanten Tunnel auf dem Grund des Fehmarnbelt abzulehnen.

Der Fehmarnbelt ist eine der beiden Verbindungen zwischen Ostsee und Nordsee und damit immens wichtig für den Wasseraustausch der Ostsee mit den Weltmeeren. Hier darf nicht experimentiert werden! Für die Ablehnung der festen Querung durch den Fehmarnbelt stehen an vielen Orten zwischen Hamburg und Fehmarn blaue Kreuze.

Weihnachtsgeschenk 2015

Einen günstigen Wandkalender mit Bildern aus Dahme gibt es jetzt vom Gewerbeverein Dahme. Gut geeignet für Unternehmen aus Dahme als Weihnachtsgeschenk für Kunden und Gäste. Bei mir wird er nächstes Jahr auf jeden Fall in allen Ferienwohnungen hängen.

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Und für alle, die sich gut in Dahme auskennen, ist auch eine Art Easteregg unter den Fotos.

13-seitiger Fotokalender DIN A5, Offsetdruck auf 170 g/m Naturpapier, 4/0-farbig mit Farben auf Pflanzenölbasis nach DIN ISO 12647-2, Wire-O-Bindung an schmaler Seite mit 1 Kalenderaufhänger, Rückendeckel. Ein PDF-Dokument zur Ansicht ist auf www-alle-fuer-dahme.de zu finden.

Bestellt werden kann der Kalender mit diesem pdf-Dokument.

Hier eine Voransicht in Bildschirmqualität der einzelnen Monatsseiten (vorläufig, noch nicht verbindlich).

Nimmt Airbnb den Hotels die Gäste weg?

Airbnb wird aus der Hotelecke mitunter „Förderung von Schattenwirtschaft“ vorgeworfen. Privatvermieter seien Schmarotzer, selbst wenn sie ihre Einnahmen aus der Vermietung versteuern, weil sie im Gegensatz zu Hotels nichts zum Stadt- bzw. Ortsbild und der Infrastruktur beitragen. Das gilt vielleicht im Moment tatsächlich für die Städte. Für Berlin gibt es eine kleine Untersuchung zur Verbreitung der Airbnb-Vermietung. Hier auf dem Land liegt dieser „Strukturwandel“ zeitlich so weit zurück, dass ich ihn nicht mitbekommen habe. Übernachtung in einer privaten Ferienwohnung ist keine Erfindung des 21. Jahrhunderts. Hier an der Ostsee ist dieser Strukturwandel schon älter als ich zurückdenken kann.

Neben Airbnb gibt es noch andere Vermittler. Zum einen ist da ein Unternehmen mit „W“, zum anderen eines mit „B“.

„W“ ist wenig mehr als ein Nichts: die haben die Software von Airbnb kopiert und versuchen damit ein Geschäft aufzubauen. Ohne eigenen Spirit; nichts weiter als eine Nullnummer. In ein paar Jahren werden die hoffentlich vom Markt verschwunden sein. „B“ macht seine Sache gut als international ausgerichtetes Unternehmen für die Vermittlung von Übernachtungen.

Im Unterschied zu „W“ hat Airbnb ein Geschäft entwickelt, das vorher mit der Couchsurfing-Bewegung allenfalls im Untergrund vorhanden war. Airbnb bedient Menschen, die eine Übernachtung suchen, die bewusst nicht in einem Hotel stattfindet. Gleichwohl gibt es durchaus Stimmen, die Airbnb vorwerfen, schlicht das Modell von Couchsurfing kopiert und in ein Geschäft überführt zu haben.

Wir vermitteln seit knapp einem Jahr ein Zimmer an der Ostsee über Airbnb und „B“. Die Gäste, die uns bei Airbnb finden, suchen überwiegend insbesondere ein Privatzimmer mit der entsprechenden Atmosphäre. Genau das können wir bieten. Entsprechend hoch ist die Zufriedenheit unserer Gäste. Das bringt Spaß. Den Gästen, die „B“ uns schickt, wäre überwiegend eine Hotelübernachtung gleichermaßen recht. Sie suchen überwiegend ein möglichst komfortables Dach über dem Kopf und möchten dafür möglichst wenig zahlen. Das ist das oft mehr Arbeit als Vergnügen.

Bei „B“ tummeln sich überwiegend klassische Hotelbucher. Wenn diese dann bei „B“ ein Privatzimmer buchen, geht Hotels reales Geschäft verloren. Airbnb kennen die meisten Kunden von „B“ vermutlich nicht.

Airbnb veranstaltet im November in Paris einen Airbnb Open, bei dem ein paar tausend Airbnb-Gastgeber erwartet werden. Natürlich sind die Gastgeber die Basis des Geschäfts von Airbnb. Ich vermute aber, dass das weit mehr als eine Verkaufsveranstaltung wird. Ebenso, wie Airbnb weit mehr als ein Privatzimmervermittler ist. Vermutlich würden die meisten Airbnb-Gastgeber nie auf den Gedanken kommen, zu einer Veranstaltung von „B“ zu fahren, erst recht nicht nach Paris. Bei Airbnb zahlen sie sogar Geld dafür. Warum? Weil Airbnb im Gegensatz zu „B“ oder „W“ sympathisch ist. Natürlich gibt es auch Airbnb vor allem deshalb, weil damit Geld verdient wird. Aber das kann man bekanntlich auf sympathische oder mehr oder weniger unsympathische Art und Weise tun.

Es gibt erfolgreiche Ho(s)tels, die überhaupt nichts gegen Airbnb haben. Ganz im Gegenteil, beide sind gute Partner. Warum machen das nicht alle Hotels so? Ihre Zimmer bei Airbnb listen und gut zusammenarbeiten? Ist es so, dass die Kunden von Airbnb gar kein Hotel suchen? Wie kann dann Airbnb den Hotels schaden? Oder haben die Hotels, die vermeintlich unter Airbnb leiden, nur den Zug verpasst und machen die Bahngesellschaft dafür verantwortlich, dass der Zug nicht gewartet hat? Ich halte es für falsch Airbnb vorzuwerfen, dass sie erfolgreich beim Erkennen von Kundenwünschen sind.

Update: Das sehen auch andere so: Chancen für Hotels durch Airbnb

Tourismusdirektor

stellenangebot

Nicht von mir, aber eine durchaus anzuerkennende Guerilla-Marketing-Aktion. Der Ort hat mit der Stelle des Tourismusdirektors definitiv ein Problem. Dafür alleine den Bürgermeister verantwortlich zu machen, wäre etwas zu einfach.

Nach meinem Eindruck wird zu viel von dem Posten „Tourismusdirektor“ erwartet. Bekanntlich sinkt der Grad der Zufriedenheit mit der Höhe der Erwartungen. Anders ausgedrückt: je mehr man erwartet, desto schwieriger ist es, von einer Lösung oder einem Angebot begeistert zu sein.

Dem Ort, den es hier betrifft, wünsche ich, dass die Akteure aus Politik und / oder Wirtschaft es schaffen, gemeinsam das Profil des Ortes zu erarbeiten. In jedem Unternehmen muss klar sein, was, warum für wen gemacht wird. Eine Destination sollte in dem Bereich „Tourismus“ wie ein Unternehmen geführt werden. Es braucht also eine Ist-Aufnahme der Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken, daraus abgeleitet eine Zielgruppendefinition und eine Zielvereinbarung für die nächsten x-Jahre.

Eine Führungskraft, wenn es sie dann braucht, kann nur dann erfolgreich arbeiten, wenn klar ist, wo die Reise hingehen soll. Das erarbeiten können nur die politisch Verantwortlichen gemeinsam mit den (anderen) Gewerbetreibenden aus dem Ort. Wenn das nicht gelingt, kann auch kein „Tourismusdirektor“ helfen.

In der Theorie dient dieses Profil dann allen Akteuren im Ort als Leitfaden für Entscheidungen. Daran könnte dann auch die Leistung einer touristischen Führungskraft bewertet werden. Sinnvoll ist es sicherlich, diesen Prozess von einem Moderator begleiten zu lassen. Ich wüsste da den einen oder anderen, den oder die man darum bitten könnte …