DKMS Datenschutz

Es ist sicherlich ein redliches Anliegen, dass die DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei gemeinnützige Gesellschaft mbH mit dem Handelsregistereintrag: HRB 381293 beim Amtsgericht Tübingen mit ihrem Unternehmenszweck verfolgt. Es geht um den Aufbau einer Datenbank über die Knochenmarkspender, um akute Hilfe für an Leukämie erkrankte Menschen organisieren zu können. Stammzellen müssen zueinander passen, das ist etwas komplizierter als bei der Blutspende. Deshalb braucht es eine entsprechend große Basis möglicher Spender.

Als potentieller Spender soll man sich in der Datenbank des Unternehmens registrieren und dann mit einem Wattebausch einen Abstrich der Wange einschicken. Dieser wird dann analysiert und in einer Datenbank der DKMS eingetragen.

Natürlich muss sich die DKMS an geltende Datenschutzgesetze halten. Aber Gesetze können sich auch ändern. Und in diesem Fall kann diese riesige Gendatenbank durch eine Gesetzesänderung oder einen Einbruch in die Datenbank einfach ausgelesen werden. Interessant sind die Alternativen der Anonymisierung, die ein Blogger schon im Jahr 2008 vorgestellt hat. Das war lange bevor die Aktivitäten der weltweiten Geheimdienste publik wurden. Es geht dabei wie schon erwähnt nicht um ein Misstrauen gegen das Unternehmen DKMS sondern die Tatsache: “vorhandene Daten wecken Begehrlichkeiten” (Quelle des Zitats in diesem Zusammenhang).

Welche Daten erhebt die DKMS überhaupt?

Sicherlich könnte die DKMS eine Datenbank mit genetischen Fingerabdrücken aufbauen. Laut Selbstaufkunft tut sie es allerdings nicht. Es werden nur die HLS-Merkmale identifiziert, das entspreche nicht dem “genetischen Fingerabdruck“. Hier liest sich das allerdings anders.

So gern ich auch etwas für Leukämiekranke tun würde, tue ich mich eher schwer, mich bei dieser Datenbank zu registrieren. Sympathischer wäre mir persönlich ein System mit mehrstufiger Anonymisierung.

Fischbrötchen an der Ostsee

weltfischbroetchentagAm 3. Mai 2014 findet der 4. Weltfischbrötchentag statt. Der “Weltfischbrötchentag” ist eine Entwicklung des Ostsee Holstein Tourismus e.V. (OHT). Hintergrund war der Wunsch eine gemeinsame Veranstaltung aller Orte an der schleswig-holsteinischen Ostsee und den Süßwasserseen der holsteinischen Schweiz außerhalb der Hauptsaison zu finden. Mit dem Weltfischbrötchentag ist dem OHT die Entwicklung einer glaubwürdigen und authentischen Veranstaltung gelungen. Dabei spielt keine Rolle, ob das Fischbrötchen wirklich an der Ostsee erfunden wurde oder ob es eine Tradition hat. Sicherlich ist das Fischbrötchen eher eine Erfindung der Neuzeit und Fischbrötchen werden überall gegessen. Entscheidend ist aber vor allem, dass das Fischbrötchen mit Norddeutschland verbunden wird wie die Weißwurst mit Bayern oder die Currywurst mit Berlin oder Bochum. Deshalb ist der Weltfischbrötchentag an der Ostsee genau richtig aufgehoben. Darüber wurde auch schon in einem amerikanischen Reisemagazin berichtet.

In Dahme werden acht (!) Restaurants mit ihren selbst entwickelten Kreationen am ostsee-sh-weiten Wettbewerb zum leckersten Fischbrötchen teilnehmen. Die Jury kommt am 1. April 2014 in Neustadt in Holstein zusammen, um das beste Fischbrötchen zu küren. Anmeldeschluss für Gastronomen von der sh-ostsee oder der Holsteinischen Schweiz können sich für die Teilnahme noch bis zum 17. Februar 2014 anmelden.

Wetlfischbrötchentag 2014

Am Weltfischbrötchentag, dem 3. Mai 2014 finden in Dahme sicherlich weitere Aktionen statt (mindestens im Restaurant Vörn Diek)

Für jedes verkaufte Fischbrötchen spenden die teilnehmenden Dahmer Gastronomen € 0,50 für folgende Organisation: “Lübeck-Hilfe für krebskranke Kinder e.V.“, Frau Heidemarie Vesper, Triftstr. 22-24, 23554 Lübeck.

Tradition, Asche und Glut

Dem Begriff Tradition wohnt gerne ein etwas staubiger Anstrich bei. Ich denke z.B. an die CSU und Menschen mit Rasierpinseln am Hut oder, im Bild gleichbedeutend alles, was sich gegen Veränderung wehrt. Andererseits beinhaltet Tradition das Ehren der Leistung vorhergehender Generationen und das Vertrauen auf deren Erfahrung. Beides zusammengebracht ist schön ausgedrückt mit dem Satz:

“Tradition ist nicht das Bewahren der Glut sondern das Weitertragen der Asche.”

Gelesen habe ich es in der Erziehungskunst Dezember 2013 im Beitrag “Feste feiern” Beim Recherchieren nach der Herkunft der jahrhundertealten Weisheit findet sich alles mögliche. Beispielsweise der Verweis auf einen “großen Philosophen”: die Figur Prof. Boerne aus dem Tatort Münster. Erstaunlich, was bei Wikipedia alles durchgeht!

Fakten sind entscheidend

Marion Gräfin Dönhoff: „Nicht die Fakten sind entscheidend, sondern die Vorstellung, die sich die Menschen von den Fakten machen.“ Heute scheint es immer leichter zu sein an Fakten und vielseitige Informationen zu kommen. Desinformation, Imagepflege und Lobbyarbeit werden aber im gleichen Maße immer professioneller.

Update: Interessanterweise wird dieses Zitat auch im Zusammenhang mit der (Selbst)-Darstellung von Dönhoffs Beteiligung am Deutschen Widerstand bei Wikipedia verwendet. Mir ist dieser vielsagende Satz in Alice Schwarzers Dönhoff-Biografie aufgefallen. Ein lesenswertes Buch!

Wahlkampf 2013

Wer hätte gedacht, dass sich eine Partei, die sich als einzige mit den Banken anlegt, plötzlich aus allen Richtungen Feuer bekommt. Aber es zeigt, die Macht der Banken ist enorm und die Angst der Bankster auch. Wir müssen raus aus der internationalen öffentlichen Verschuldung. Öffentliche Haushalte erledigen ihre Aufgaben mit immer mehr Geld immer schlechter. Es gibt Dinge, die sind nicht mit immer mehr Geld zu lösen. Vor allem nicht mit Geld, das nicht verdient wird.

Bernd Lucke (AfD), Parteivorsitzender: “Wir kaufen Zeit, aber die Kosten für den Steuerzahler werden immer größer.” Das ist allerdings nicht erst seit gestern so. Wir leben schon seit Jahren über unsere Verhältnisse. So geht es nicht weiter! Und dazu: private Forderungen von der Allgemeinheit zahlen zu lassen wie aktuell bei der Bankenrettung geschehen ist unseriös.

Warum lassen sich so viele Kids instrumentalisieren und machen Stimmung gegen eine seriöse alternative Partei?

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Und: die AfD hat neben Prof. Lucke, Hans-Olaf Henkel, Prof. Starbatty und “Mr. Dax” noch mehr rennomierte Fürsprecher wie beispielsweise Hans-Werner Sinn, Leiter des Ifo Institut für Wirtschaftsforschung

Wie wirkt der Wahlomat?

Ist der Wahlomat ein Meinungsmacher oder führt er zu einer realistischen Selbsteinschätzung und ist eine neutrale Entscheidungshilfe? Wem der Wahl-O-Mat nicht reicht, kann als Alternative ParteieNavi (Uni Konstanz) heranziehen. Dann gibt es auch noch den Bundeswahlkompass. Was wohl nicht fertig worden ist aber bei früheren Wahlen eingesetzt wurde, ist die Plattform www.wen-waehlen.de (Alvar C.H. Freude u.a.)

Wie der Wahl-O-Mat funktioniert. kann bei der Uni Düsseldorf nachgelesen werden. Felix Werdermann hat sich auf freitag.de journalistisch mit Wahlomat und Bundeswahlkompass beschäftigt.

Was beim direkten Vergleich von Wahl-O-Mat und ParteieNavi auffällt: die Unterschiede in der Art der Fragestellung. Die einen fragen: “Sollen Rüstungsexorte verboten werden?”, die anderen: “Die Lieferung von Waffen ins Ausland soll strenger kontrolliert werden.” Es geht letztlich um das gleiche. Daran wird die Kunst des Interviewens sehr anschaulich dargestellt. Natürlich ist niemand so plump und stellt Suggestivfragen. Aber mit feinen Abstufungen ist es einem Profi mit Sicherheit möglich, das Umfrageergebnis zu beeinflussen, ohne dass es auf den ersten Blick auffällt. Zu jeder Umfrage kann es eine gleichlautende Umfrage geben, die das Gegenteil beweist. Der Informationsgehalt von Umfragen ist also ähnlich dünn wie der der Boulevardpresse.

Wie unabhängig das Institut für “Demagogie” aus Allensbach arbeitet hat deren derzeitige Leiterin Renate Köcher. Laut wikipedia hat Frau Köcher eingeräumt, “dass sie der Partei keine Plattform bieten wolle und daher die im Vorfeld der Wahl ihr bekannten höheren Umfragewerte nicht veröffentlicht hatte.” Es ging um die Umfragewerte einer kleinen Partei bei zwei Landtagswahlen in Baden Württemberg. Die Meinungsforscher stehen in dem Verdacht, aktuell die Umfragewerte der Alternative für Deutschland bewusst “kleinzurechnen” bzw. durch die Architektur ihrer Umfragen dafür zu sorgen, dass kleine Parteien wie Piraten oder AfD weniger wahrgenommen werden.

Auf den möglichen Zusammenhang zwischen Stimmungsmache und Meinungsforschung ist auch André F. Lichtschlag in seinem Blog Eigentümlich Frei eingegangen.

Hier gibt es mehr Informationen zu den Besonderheiten von Wahlumfragen.

Bettina Röhl in einer Kolumne auf wiwo.de über den Wahlomat.

Piratenpartei nicht mehr wählbar

Ich habe soeben meine Mitgliedschaft in der Piratenpartei beendet.

Die Kernkompetenzen Transparenz, Basisdemokratie und Netzpolitik sind im Laufe der Jahre immer mehr verwässert. Die Piratenpartei hat nicht bei allen Themen die gleiche Kompetenz wie bei ihren Kernthemen. Deshalb sollte sie sich auch davor hüten zu allem eine Meinung zu haben. Das machen die meisten anderen Parteien so: ich empfinde es Politikergesülz.

Die aktuelle, überaus unprofessionelle und geschmacklose Hetze gegen die AfD macht eine weitere Mitgliedschaft für mich unmöglich.

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Ich hoffe, dass die Piratenpartei wieder zu ihren Kompetenzen zurückfindet und ihren, dann wieder berechtigten Platz in der Parteienlandschaft einnimmt.

Veröffentlichte Wahrheit

“Ich weiß, dass ich nichts weiß”. Woher diese Aussage auch immer kommt, ob es ein Übersetzungsfehler ist oder was auch immer. Ich weiß es nicht. Das ist auch egal.

Es geht hier nicht um philosophische Zitate, es geht um die Gegenwart und die alltägliche Beurteilung des Wahrheitsgehaltes von Nachrichten. Wie Schwarmintelligenz (die nichts mit Intelligenz zu tun hat) funktioniert, sieht man bei der rasanten Verbreitung von offensichtlichen Falschmeldungen (Hoaxes) insbesondere bei Facebook. Noch schwieriger wird es bei Sachverhalten, die nicht so offensichtlich falsch sind. Schwarmintelligenz beinhaltet, dass eine Nachricht umso mehr Wahrheitsgehalt beigemessen wird je mehr Menschen diese Nachricht unterstützen. Damit umzugehen erfordert Medienkompetenz, die schwer zu erlangen ist.

Wer kann die Hintergründe von weitreichenden politischen Entscheidungen beurteilen? Wer kennt die wahren Hintergründe den Kennedy-Mordes? Wie lange hat es gedauert bis die veröffentlichte Wahrheit beim Mord an John F. Kennedy angezweifelt wurde? Wer kann die veröffentlichte Wahrheit rund um 9/11 anzweifeln ohne sofort als Verschwörungstheoretiker zu gelten? Der Film “Wag the Dog” ist schon etwas älter, zeigt aber insbesondere wie sehr schon vor dem Internetzeitalter so manipuliert werden konnte, dass es keiner gemerkt hat. Es gibt in dem Film kaum eine Stelle an der die Manipulation der Nachrichten komplett unglaubwürdig wird.

Geht es der Alternative für Deutschland um eine neue Isolation Deutschlands innerhalb der EU oder ist die neue Aufteilung des EURO-Gebietes auch gut für die “Südländer”, weil diese dadurch ihre Wettbewerbsfähigkeit wieder herstellen können? So ist die Argumentation, die ich auch recht schlüssig finde. Ich halte die AfD als Partei mit volkswirtschaftlichem Sachverstand als sehr wichtig als Mitglied im Bundestag. Es geht bei der “Griechenlandrettung” nicht darum, das Land Griechenland zu retten. Es geht darum, die Anlagen der Banken zu retten. Die Verbindlichkeiten werden durch den ESM auf die europäischen Steuerzahler verteilt. Der ESM wird von einer Institution verantwortet, die außerhalb der parlamentarischen Legitimation handelt, also unabhängig von Wahlen ist. Wir bewegen uns in Teilen auf eine Diktatur zu. Wir müssen auf unsere Grundrechte aufpassen, so lange es noch geht. “Habt Ihr denn garnichts gemerkt?”, könnten uns sonst unsere Kinder fragen.

Die Piraten machen in ihrem Fachbereich kompetent auf Probleme aufmerksam, von den die meisten “Volksvertreter” nichts verstehen. Der Bundestag braucht beide Parteien. Schade, dass wir nur eine Zweitstimme haben. Ich würde gerne eine Zweitstimme an die Piraten und eine an die AfD geben.

Seht Euch mal ein paar Videos der AfD an. Und: es gibt noch mehr kompetente Vertreter als Prof. Bernd Lucke, beispielsweise Prof. Joachim Starbatty. Es bringt viel Spaß der sachlichen Argumentation zuzuhören. Insbesondere in der Auseinandersetzung mit Politikern, die mit anderen Waffen arbeiten als mit sachlichen Argumenten. Nett auch wie Herr Lucke ganz am Ende des zweiten Videos ins Straucheln kommt … Da geht es um hohle Phrasen nicht um Sachargumente, das kann er nicht so gut. Macht nichts!

Die anderen Parteien, die unter anderem mit “Solide Finanzen” (echte Lachnummer angesichts der finanziellen Situation des kompletten Landes) für die Bundestagswahl werben, haben verständlicherweise Angst vor der AfD. Aber es klappt nicht so recht, die AfD in die rechte Ecke zu stellen. Schon peinlich wie Roland Sieber versucht, das auf blog.zeit.de zu tun. Hier bitte die Kommentare lesen.

Gestern gab es einen Anschlag auf den Spitzenkandidaten Bernd Lucke. Dieser wird Linksradikalen in die Schuhe geschoben. Das passt ins Bild. Aber es bleibt die veröffentlichte Wahrheit.

Tourismusabgabe Schleswig-Holstein

“Schleswig-Holstein schafft die Kurtaxe ab.” So erklang diese Woche die frohe Botschaft in den Boulevard-Tageszeitungen des Landes. Die Rede ist von der Änderung des Kommunalabgabengesetzes. Der Entwurf liegt seit Ende Februar vor und wird im September noch einmal im Landtag debattiert.

Beim näheren Hinsehen fällt auf, dass es nicht direkt um die Kurtaxe geht sondern um die Grundlage für die lange etablierte Fremdenverkehrsabgabe, die jetzt Tourismusabgabe heissen soll. Basis für die Kurtaxe ist eine Gemeindesatzung (z.B. hier für Dahme). Damp erhebt schon länger keine Kurtaxe, wie derwesten.de weiss.

Sicherlich ist es aus Marketingsicht überlegenswert die Kurtaxe abzuschaffen bzw. die Aufgaben anders zu finanzieren als über eine direkte Abgabe der Gäste. Aber es scheint bei der Änderung des Kommunalabgabengesetzes eher darum zu gehen, mehr Orten die Möglichkeit einzuräumen, eine lokale Tourismusabgabe einzuführen. Ist es am Ende nichts anderes als der Versuch den extrem maroden Landeshaushalt zu retten und die Verantwortung dafür an die Kommunen zu delegieren?

Es geht bei der Kurabgabe / Ostseecard nicht um “Eintritt am Strand” sondern die Finanzierung umfangreicher öffentlicher Aufgaben von sauberen Toiletten am Strand über Strandreinigung (Seetang und Müll) bis zu diversen kostenlosen Veranstaltungen. Die häufig kleinen Tourismusorte bieten erheblich mehr an Infrastruktur und Veranstaltungen als viele große Städte. Auch wenn die Umlagefinanzierung umfangreicher öffentlicher Leistungen zum Teil überdacht werden sollten, können sie unmöglich alleine von den wenigen Einwohnern finanziert werden. Deshalb wurde die Kurtaxe erfunden (in Baden Baden laut Wikipedia schon 1507). Da die Kurtaxe aber lediglich als “Eintritt am Strand” wahrgenommen wird, ist der Vorstoß der Landesregierung sinnvoll. Zu befürchten ist allerdings, dass da keine Vereinfachung herauskommt sondern das ganze Meldewesen bei den Gastgebern hängen bleibt und die Abgaben für die Unternehmen in den Tourismusorten insgesamt steigen. Meldescheine / Kurkarten wird es weiterhin geben.

Wer näher in das Thema einsteigen möchte, sollte die Stellungnahme vom Schleswig-Holsteinischen Gemeindetag lesen. Für die 14 Seiten sollte man etwas Zeit einplanen. Die Komplexität wird deutlich, wenn man auf Seite 10 die Einschätzung zur umsatzsteuerlichen Betrachtung der Tourismusabgabe liest.