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Bei der Zielgruppe ist das Alter egal

10. Jan. 2012  von Helge Siems  in Kategorie Tourismus

Kunden, die auf den ersten Blick ähnlich wirken sind alles andere als eine “homogene Zielgruppe”. Ganz neu ist das nicht, aber man macht es sich etwas schwer, seine Kunden ausschließlich nach soziodemografischen Faktoren auszusuchen. Viel wichtiger als Alter und Geschlecht, wenn auch schwerer zu messen, sind die Einstellungen der Kunden. Wenn die Einstellung ähnlich ist spielt es nicht so eine große Rolle, ob zum Beispiel ein großer Altersunterschied zwischen den einzelnen Kunden besteht. Sie können dann trotzdem (oder erst recht) homogen sein. Vor allem wird die Zielgruppe damit möglicherweise größer.

Erfolgreiche Anbieter differenzieren ihr Angebot und richten es klar auf Zielgruppen aus. Man kann es eben nicht jedem recht machen, wenn man für einen Teil des Marktes besonders gut sein möchte. Bei einer aktuellen Überlegung zum Thema Urlaub mit Kindern ist mir immer deutlicher geworden, dass es eben nicht ausreicht, seine Zielgruppen nach demographischen Faktoren auszusuchen. Demographische Faktoren für einen Urlaub mit Kindern wären zum Beispiel “Eltern mit Kindern bis x Jahren”. Innerhalb dieser “Zielgruppe” können die Vorstellungen des Einzelnen ziemlich auseinander gehen. Genauer wird es natürlich, wenn man noch die Faktoren “aus der Region y” und “mit einem Haushaltseinkommen von z” dazunimmt. Dadurch schränkt man sich aber immer mehr ein und der Markt wird zunehmend kleiner. Irgendwann sind dann alle Kunden wegdefiniert und man ist man One-To-One-Business. ;)

Die folgende Darstellung von Reisemotiven zeigt wie konträr die Einstellungen in der eigentlich gleichen Zielgruppe für einen Urlaub mit Kindern sein können.

  • Etwas gemeinsam mit den Kindern erleben oder diese gut betreut zu wissen (und selbst “seine Ruhe” haben)
  • den Kindern Luxus bieten oder den Kindern Bescheidenheit (des Landlebens) vermitteln
  • Reisen mit Kindern, die man selten sieht oder mit Kindern, die man täglich sieht
  • Urlaub mit Kleinkindern oder Urlaub mit großen Kindern
  • mit Kindern neues entdecken oder vertrautes erleben
  • mit Kindern aus der Familie verreisen oder als Gruppenleiter mit Kindern, die nicht zur Familie gehören
  • Entscheidung für den Ort / den Anbieter treffen die Erwachsenen oder treffen die Kinder

Es muss also gelingen, die Einstellungen unabhängig von demographischen Faktoren zu definieren. Wie schwer das ist, zeigt sich an der Zielgruppendefinition, die vor ein paar Jahren für Schleswig-Holstein vorgenommen wurde.

“Zur Zielgruppe Familien gehören 18 Prozent der Bevölkerung. Diese Familien mit Kindern unter 14 Jahren verfügen über ein mittleres bis hohes Einkommen und legen Wert auf Gemeinsamkeit und entsprechende Angebote. Fast jede zweite Familie interessiert sich für einen Urlaub in Schleswig-Holstein.”

Da wird immerhin die demographische Definition um die Einstellung “Wert legen auf Gemeinsamkeit” erweitert. Das schützt aber Anbieter, die sich auf diese Zielgruppe ausrichten nicht vor dem “demographischen Wandel”.

Das Thema ist noch längst nicht abgeschlossen. Ich habe es nur kurz angedacht. Diskussion und weiterführende Links würden mir beim Denken sehr weiterhelfen. Die Kommentarfunktion des Blogs steht offen.

Teuerste Reisezeit

8. Jan. 2012  von Helge Siems  in Kategorie Tourismus

Erst Anfang Januar haben wir mit der Vermietung der Sommerferien 2012 begonnen. Das machen wir schon seit Jahren erst so spät, damit auch die Menschen Urlaub an der Ostsee machen können, die ihren Urlaub erst im Januar planen können und auf die Sommerferien angewiesen sind. Was mir schon seit Jahren auffällt: die Top-Nachfrage konzentriert sich immer mehr auf wenige Wochen.

Eine herzliche Bitte im Sinne aller Anbieter und Kunden im Tourismus: Machen Sie es allen Beteiligten leichter und planen Sie Ihren Urlaub nach Möglichkeit nicht zwischen dem 20.7. und 10.8. Werfen Sie einen Blick auf den Schulferienkalender und nehmen Sie Ihren Urlaub dann, wenn die wenigsten Überschneidungen mit Schulferien in anderen Bundesländern sind.

Machen Sie auch rechtzeitig Druck bei den Entscheidern über die Schließzeiten von Kindergärten (jetzt schon für 2013!), so dass nicht auch die Eltern mit Kindergartenkindern in dieser Zeit verreisen müssen. Durch die extrem starke Nachfrage passiert nur eines: die Zeit wird in allen Urlaubsgebieten zur teuersten Reisezeit. Außerdem werden die Kapazitäten in dieser Zeit sehr knapp. Gedient ist damit niemandem.

Was bringt fasten?

11. Nov. 2011  von Helge Siems  in Kategorie Unabhängigkeit

Es geht beim Fasten nicht um die Gewichtsabnahme. Man verliert zwar während des Fastens ein paar Kilo. Diese sind aber schnell wieder da. Wer nur abnehmen möchte braucht also nicht zu fasten.

Ein besseres Motiv für das Fasten ist die Erkenntnis, dass es auch “ohne” geht. Nicht zu essen, ist erst einmal ungewohnt. Letztlich ist es aber ganz einfach und erhöht die Unabhängigkeit immens.

“Wer fastet hungert nicht” ist wichtig zu wissen für alle die zweifeln. Damit das so ist, gehört zum Fasten mehr als einfach mit dem Essen aufzuhören. Richtig Fasten muss man also lernen.

Eine andere Antwort auf die Frage “Was bringt Fasten” kann sein: “Durch das Fasten resette ich meinen Körper.” Möglicherweise lästige Angewohnheiten wie z.B. Rauchen, Alkohol, Süßigkeiten, Fleisch rücken nach dem Fasten leichter in den Hintergrund.

Es gibt auch die verbreitete Auffassung, dass das Immunsystem durch die intensive Reinigung des Darms die Möglichkeit habe sich neu “zu starten”. Dadurch hätten Zivilisationskrankheiten wie Erkältungen weniger Angriffsmöglichkeiten.

Weitere Motive für das Fasten sind Entschlackung des Bindegewebes und der Gelenke. Durch Fasten soll man seinen Blutdruck senken können und Auswirkungen von Arthrose mildern können. Fasten soll den PH-Wert des Blutes senken und dadurch Probleme durch Übersäuerung des Körpers mildern oder diese vorbeugen. Diesen Motiven widersprechen aber auch einige Mediziner. Wer zweifelt und nicht weiß, ob er fasten darf oder soll, fragt also am besten seinen Arzt oder Apotheker.

Regeln für soziale Netzwerke

20. Okt. 2011  von Helge Siems  in Kategorie Internet Second Life

Hier noch ein Video von Udo Vetter, der es wieder schafft eine Stunde sehr interessant über rechtliches rund um das Internet zu referieren. Dieses Mal geht es um “Spielregeln für den zweiten Lebensraum”.

Grenzen des Rechtstaats

19. Okt. 2011  von Helge Siems  in Kategorie Unabhängigkeit

Ich lebe gerne in Deutschland, weil ich hier im Vergleich zu anderen Ländern ein hohes Maß an Rechtssicherheit habe. Ich muss niemanden bestechen, um mein Recht zu bekommen sondern nur einfach zum Gericht gehen und die Frage klären lassen. Hier bei uns werden die Grundrechte nicht mit Füßen getreten, dachte ich immer.

Das schlimmste an Boulevardpresse ist die extreme Vorverurteilung, die in vielen Zeitungen und dergleichen an der Tagesordnung ist. Das ist m.E. auch das größte Problem in Diskussionsforen oder “Debatten” bei Facebook. Ich möchte mich da auf keinen Fall einreihen und behaupten, dass die ganze Sache mit dem Bundestrojaner so ist wie es im Moment scheint. Trotzdem ist es schon erstaunlich, dass behauptet wird, dass Behörden gegen Grundrechte verstoßen und Dinge tun, die sie nach höchstrichterlichen Entscheidungen nicht tun dürften. Jetzt wird davon gesprochen, dass die Behörden, die die Software eingesetzt haben, nicht wussten, was die Software alles kann. Wenn das der Wahrheit entsprechen sollte (was kaum zu glauben ist), wäre das ein ganz schönes Armutszeugnis für die Behörden.

“Ich habe nichts zu verbergen, die können also ruhig meinen Rechner durchsuchen.” Um das Durchsuchen geht es gar nicht. Wenn es aber tatsächlich stimmt, dass die Software Dateien auf einen Rechner laden kann und sich dann hinterher selbst vernichtet, finde ich das mehr als beunruhigend. Welchem lauteren Zweck soll diese Funktionalität dienen, wenn Sie denn tatsächlich in dem Bundestrojaner drin war / ist?

Bei der Gelegenheit:

Manipulation von Wahlen

10. Aug. 2011  von Helge Siems  in Kategorie Unabhängigkeit

“Der Sinn und Zweck eines Computers ist es, Daten zu manipulieren. Nimmt man ihm diese Fähigkeit, ist es kein Computer mehr. Das wäre so, als würde man einem Flugzeug die Fähigkeit nehmen, zu fliegen. Es wäre dann kein Flugzeug mehr!”

Das Zitat stammt aus dem Roman “Ein König für Deutschland“. In dem sehr lesenswerten Buch geht es um die Manipulation von Wahlen durch die Manipulation von Wahlcomputern. Interessant an dem Roman ist der enge Realitätsbezug, der durch diverse Quellenangaben dokumentiert wird.

Angeblich (also nach Ansicht der Hersteller und der entsprechend verlinkten Politiker) vereinfachen elektronische Wahlen die Auszählung und sind weniger fehleranfällig als manuell ausgezählte Wahlen. Der Roman aus dem Jahr stellt die Frage, warum im Roman wie in der Realität gerade die, die extrem viel von Computern verstehen gegen den Einsatz solcher Wahlmaschinen sind.

Ein König für Deutschland ist vor allem für alle gedacht, die nicht glauben, dass Manipulation von Wahlen stattfindet und die Prozesse durch den Einsatz von Wahlmaschinen verbessert werden können. In der Realität arbeitet vor allem der Chaos Computer Club mit seiner Kampagne gegen Wahlmaschinen dafür, dass Stimmzettel aus Papier beibehalten werden.

Quelle: CCC

Alternative zu Lexware

6. Jun. 2011  von Helge Siems  in Kategorie Unabhängigkeit

Lexware scheidet bei mir als FIBU-Software aus verschiedenen Gründen aus. Ich mache deshalb (und aus Bequemlichkeit …) seit über 10 Jahren meine Finanzbuchhaltung und Umsatzsteuer-Voranmeldungen manuell. Jetzt ist es zu Ende mit der Bequemlichkeit, auch, weil ich das Gefühl habe, dass mein Weg zwar machbar aber auch recht umständlich ist.

Auf der Suche nach einer Software, mit der ich Online-Banking, Finanzbuchhaltung und Auswertungen wie Umsatzsteuer-Voranmeldung machen kann, bin ich über GNUcash (das 1. nicht von Haus aus mit Umsatzsteuer umgehen kann und 2. einfach mal den Dienst quittiert hat) bei synTAX in Verbindung mit Hibiscus gelandet. Beide Anwendungen sind Plugins für Jameica. Jameica ist eine Laufzeit-Umgebung für Java-Anwendungen.

Das Projekt scheint eine One-Man-Show von Olaf Willuhn zu sein, der macht das aber schon seit einigen Jahren und entwickelt regelmäßig neue Features. Alle Anwendungen sind freie Software nach der GPL, Version 2.

Fleisch kommt aus der Steckdose

31. Mrz. 2011  von Helge Siems  in Kategorie Unabhängigkeit

Fleisch kommt aus der Kuehltruhe, Strom kommt aus der Steckdose, jeder spricht vom Energiesparen, muss aber 25 Grad in der Wohnung haben, mit dem Auto zum Bäcker fahren und Geräte, die keinen Strom brauchen, können nichts taugen. Es ist nichts neues, dass WIR Menschen zu Inkonsequenz neigen, wo es nur geht.

Lehrer an einer holsteinischen Gesamtschule haben versucht, die bekannte umgekehrte Versorgungskette vom Braten zur Kühltruhe etwas zu erweitern und ein lebendiges Tier mit ins Spiel gebracht. In der Projektwoche zum Thema Steinzeit wurde neben dem Bau eines Tipis aus vorher gemeinsam gesammeltem Wildholz auch ein Kaninchen geschlachtet.

Das Ergebnis der Aktion: Schleswig-Holstein scheint heute kurz vor dem Bürgerkrieg zu stehen, weil die Lehrer so grausam sind. Der Landeselternbeirat für Gemeinschaftsschulen nannte die Ratekauer Aktion pervers. Auch der Kinderschutzbund Schleswig-Holstein protestierte: „Wir leben in einer Zeit, in der wir nicht mehr wissen, wie unser Fleisch auf den Teller kommt.“ Immerhin die Vorsitzende des Schulelternbeirates findet gut, dass Kinder lernen, dass Essen nicht aus der Kühltruhe und den Regalen komme. (ziert nach LN-Online)

Gegen was wird eigentlich protestiert? Gegen den Fleischkonsum wohl kaum. Es wirkt eher so aus würde dafür protestiert, dass Tierhaltung bitteschön anonym abzulaufen habe und das Schlachten (natürlich nach den gesetzlichen Vorschriften) aber am besten von rumänischen Hilfsarbeitern zu erfolgen habe.

Nur zur Sicherheit: ich esse wenig Fleisch, bin nahezu fast Vegetarier. Fleisch ist etwas besonderes und gehört auf keinen Fall zu jeder Mahlzeit. Aber: ich esse lieber ein Tier, das vorher bei mir auf der Wiese gestanden hat als ein anonymes Tier aus einem Industriestall.

Der Kampf ums Paradies in Lübeck

11. Mrz. 2011  von Helge Siems  in Kategorie sonstwas

Rio Reiser: Der Kampf ums Paradies läuft in den Lübecker Kammerspielen seit 2009. Das erste Mal wurde die Story 2001 im Kreuzberger BKA auf die Bühne gebracht.

Ein herrliches Stück Theater: politische Dokumentation mit biografischem Einfluss eines großen Musikers und Rocktheater vom Feinstern. Die Inszenierung in Lübeck wird grandios ausschließlich mit Stammpersonal des Theaters umgesetzt. Bei der Stimme von Andreas Hutzel denkt man, dass der originale Rio Reiser auf der Bühne steht. Und auch der Rest der Besetzung ist erstklassig bis auf eine Rolle, die in meinen Augen überflüssig ist. Vielleicht wäre die Story auch schon zur Pause nach etwa zwei Stunden komplett erzählt gewesen. Andererseits wäre dann das grandiose Finale ausgefallen.

Wie auch immer: es lohnt sich nach Lübeck zu fahren, wenn man sich entweder für die Musik oder die Biografie Rio Reisers interessiert oder ein gutes Rocktheater sehen möchte oder einen möglicherweise weiteren Teil der Zerrissenheit der linksextremen Szene in den 1970er Jahren vor Augen haben möchte. Ich würde nochmal hingehen!

Kartenvorverkauf und mehr Informationen zum Stück

PST in Thunderbird importieren

5. Mrz. 2011  von Helge Siems  in Kategorie sonstwas

Es gibt offensichtlich immer noch Menschen, die Outlook benutzen. Spätestens beim Umstieg auf Linux hat es sich dann erledigt damit.

Heute stand ich vor der Aufgabe die Mails aus Outlook in ein lesbares Format für Thunderbird zu konvertieren. Die Windows-Installation war schon platt gemacht. Nur die outlook.pst mit den emails war gesichert.

Es gibt ein Thunderbird PST Import plugin, das war mir etwas suspekt, weil es kein offizielles Plugin ist. Nach längerem Suchen bin ich dann auf die eigentlich sehr einfache Lösung gestossen:

Unter Ubuntu gibt es eine Anwendung mit dem Namen “readpst”. Diese einfach über das Software-Center installieren. Dann ein Terminal-Fenster öffnen, in das Verzeichnis mit der outlook.pst wechseln und in der Kommandozeile eingeben:

readpst -w outlook.pst

Nun wird die .pst in eine mbox-Datei konvertiert. Diese in das Arbeitsverzeichnis von Thunderbird (siehe Bearbeiten->Kontoeinstellungen->Lokale Ordner) kopieren und schon können die emails aus Outlook mit Thunderbird bearbeitet werden.

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