Ich habe nichts zu verbergen

Ich habe nichts zu verbergen ist ein großes Argument, wenn es um die Erfassung und Auswertung von persönlichen Daten geht. „Wenn es der Sicherheit und Terrorbekämpfung dient“, bin ich dafür.

Die Definition von Terrorismus ist der entscheidende Punkt

Natürlich möchte ich keine Terroranschläge und alles unterstützen, um die öffentliche Ordnung zu erhalten. Es ist aber noch nicht lange her, da wurde beispielsweise die Anti-Atomkraft-Bewegung mindestens kriminalisiert. Möglicherweise wurden deren Anhänger von der einen oder anderen Institution auch als Staatsfeinde / Terroristen gesehen.

Vor allem bemerkenswerte Initiativen im Wendland haben trotz zum Teil breiter Presse- und Polizeigewalt fast 40 Jahre ihren Widerstand gegen die Lagerung von Atommüll aufrechterhalten (und noch nicht gewonnen).

Heute würde wohl kaum mehr jemand öffentlich einen Atomkraftgegner als Terroristen oder als Kriminellen bezeichnen. Das war vor ein paar Jahren noch anders.

Heute gelten zum Beispiel Menschen wie Julian Assange oder Edward Snowden in gewisse Kreisen als Terroristen. Obwohl sie möglicherweise letztlich nichts anderes getan haben als darauf hinzuweisen, dass einige staatliche Organisationen gegen Gesetze ihres Staates verstoßen haben. Ob das wirklich Terrorismus ist, kann hier nicht entschieden werden.

Bargeld nutzen wo immer es geht

Ohne die Alternative Bargeld und die Möglichkeit des Bank-Run gibt es nichts, was die Banken davon abhalten kann, Ihre Risiken ins Unermessliche zu steigern. Mit welchen Risiken Banken jetzt schon arbeiten, war mindestens 2008 zu sehen.

Sehr anschaulich dargestellt wird diese Funktion des Bargelds in dem Buch „Die Abschaffung des Bargelds und die Folgen“ von Norbert Häring.

Don’t stop using cash! Auch wenn es manchmal unbequem ist und Interessenvertreter international stark dagegen vorgehen (nach dem Motto: „Bargeld benutzen nur Drogenhändler und Schwarzarbeiter“).

Lass Dich nicht verunsichern und zahl in bar, wo immer es möglich ist.

Datensparsamkeit abschaffen

Einmal fürs Archiv festhalten, mit was für einem Mist unser Herr Volksvertreter, Bundesminister Sigmar Gabriel bei heise.de zitiert wird.

„Der in Deutschland ausgeprägte Begriff von Datenschutz trägt nicht mehr“, knüpfte Gabriel an seine Ausführungen auf dem jüngsten nationalen IT-Gipfel an. Bei der fehlgeleiteten Idee gehe es darum, die Verarbeitung personenbezogener Informationen zu minimieren.

Das bedeutet nach meinem Verständnis nichts anders als dass Gabriel den Grundsatz Datensparsamkeit / Datenaskese aus dem BDSG 3a deutlich in Frage stellt.

„Die Erhebung, Verarbeitung und Nutzung personenbezogener Daten und die Auswahl und Gestaltung von Datenverarbeitungssystemen sind an dem Ziel auszurichten, so wenig personenbezogene Daten wie möglich zu erheben, zu verarbeiten oder zu nutzen. Insbesondere sind personenbezogene Daten zu anonymisieren oder zu pseudonymisieren, soweit dies nach dem Verwendungszweck möglich ist und keinen im Verhältnis zu dem angestrebten Schutzzweck unverhältnismäßigen Aufwand erfordert.“

Kann echt nicht wahr sein! Also: schütze Dich selbst, wenn Du was erreichen möchtest!

Weide aufwerten

Intensiv genutzte Wiesen sind in der Regel nährstoffreiche und artenarme Grünflächen für den Anbau eiweißreicher Gräser für Silage oder die Beweidung.

Möglichkeiten zur Erhöhung der Biodiversität auf Wiesen

Linksammlung:

Notizen:

Wer seine Wiesen behutsam aufwerten möchte, braucht einige Jahre Geduld. Eine blühende, artenreiche Wiese kann nur auf magerem Boden bestehen. In kleinen Gärten / Flächen / Beeten kann je nach vorhandenem Boden z.B. Sand eingearbeitet werden.

Intensiv genutzte Wiesen können durch Entzug der Nährstoffe abgemagert werden. Also nicht mulchen (kontroverser hier) sondern nicht zu tief mähen und Mähgut abfahren. Natürlich nicht düngen. Extensive Beweidung. Wird ein paar Jahre dauern.

Familie Buri beschreibt in ihrer Methode die intensive Bodenvorbereitung und Ansaat (regionaler Wildblumensaat) in Streifen.

ERgänzung zur Buri-Methode: Entzug von Nährstoffen auf den Streifen durch Anbau von Mais.

Wenn Blumen wie Wiesensalbei, Skabiosen- und Wiesenflockenblume oder Schafgarbe enthalten sind, blühen Glatthaferwiesen im Spätsommer oder Frühherbst ein zweites Mal. Quelle Typische Pflanzenarten auf nährstoffreichen Glatthaferwiesen (Glatthafer-Talwiesen) sind unter anderem Wiesen-Pippau, Wiesen-Storchschnabel, Wiesen-Klee, Margerite, Wiesen-Bocksbart, Glockenblume, Flockenblume, Wiesen-Labkraut und Rote Lichtnelke.

Um eine gleichmäßige Verteilung der Arten auf der Fläche zu ermöglichen, sollte das Saatgut vor der Ansaat mit einem Füllstoff (z. B. Soja- oder Maisschrot) auf 10-20 g/m2 aufgefüllt werden (Rieger 2013). Dadurch wird sowohl die maschinelle als auch die Aussaat per Hand erleichtert.

Problem nicht-heimischer Pflanzen

Bei Ausaat durch Mähgutübertragung (Heugrassaat) ist es auch möglich, etappenweise zu unterschiedlichen Zeitpunkten zu mähen, um möglichst viele Stadien der Samenreife zu erfassen.

Je nach Standort können in den ersten drei Jahren nach Anlage in der Vegetationszeit 2-3 Schröpfschnitte erforderlich sein (meist Mai/Juni und Juli/August).

Mulchen in der Vegetationsperiode ist unter nährstoffreicheren Bedingungen unbedingt zu vermeiden, da es langfristig zum Artenverlust führt.

Eine Mahd im Knospenstadium (5 bis 10 cm Höhe, mit Abtransport des Mähgutes) hat sich beim Zurückdrängen von Distelarten besonders bewährt.

Der Artikel wird forgesetzt und ist als Notizzettel zu verstehen.

Hinweise gerne in einen Kommentar schreiben!

Definition von Lobbyarbeit

Um welches Thema es dabei geht, spielt keine Rolle.

„Es wurden ausschließlich solche Sachverständige gehört, die schon lange im Vorfeld dezidiert die Meinung vertreten hatten, es bestünden „gravierende Schutzlücken“ und „erheblicher Reformbedarf“. Man darf sie als „eingespieltes Team“ bezeichnen. Sie treffen sich bei fast jeder Anhörung wieder und kennen ihre Gutachten vermutlich gegenseitig auswendig. Ihre Positionen leiten sie wechselseitig voneinander ab, indem etwa eine sachverständige Hochschullehrerin ein Gutachten im Auftrag des Vereins einer anderen Sachverständigen schreibt, die als dessen Sprecherin sodann dieses Gutachten lobt und preist, was wiederum die erste Sachverständige als Beleg für die Überzeugungskraft ihres neuen Gutachtens wertet und so weiter. Das übliche Spiel also, wenn es mächtigen Lobbygruppen darum geht, „Breitseiten“-Schlachten zu schlagen, in denen keine Gefangenen mehr gemacht werden.“

Auszug aus einer Kolumne von Thomas Fischer auf zeit.de

Rechtslage Schlafstrandkörbe

Schlafstrandkörbe sind die neueste Innovation aus Schleswig-Holstein. Eine tolle Idee und ein schönes Angebot. Ich frage mich nur, warum die ganzen Zeltplätze in Schleswig-Holstein hinter den Deich umziehen mussten. Ein Schlafstrandkorb ist aus meiner völlig unmaßgeblichen Sicht vom baurechtlichen Status nichts anderes als ein Zelt oder Wohnwagen oder Mobilheim. Warum sollen Schlafstrandkörbe erlaubt sein während Camping am Strand verboten ist? Oder gibt es für die Schlafstrandkörbe lauter Ausnahmeregelungen?

König Ödipuss, Jonah Herrnkind von Bodo Wartke

Iokaste!! – Was haste??

Bodo Wartkes König Ödipus in der Lensahner Waldorfschule
Text von Helmut Trapp

Seit seinem 12. Schuljahr hatte sich Bodo Wartke, Deutschlands wohl beliebtester Klavierkabarettist in Reimkultur mit der klassischen Tragödie des griechischen Königssohns Ödipus beschäftigt. 2009 wurde es als Einpersonenstück König Ödipus uraufgeführt. Gespickt mit klassischen Zitaten und dem unnachahmlichen Wartkeschen Wortwitz kann es getrost als geniale Neudichtung des Originals von Sophokles angesehen werden.


Zusatztermine wegen großer Nachfrage:

26.05.2016 19.30 Uhr in Oldenburg
(KulTour GmbH, Göhler Str.56, 23758 Oldenburg)

04.06.2016 20.00 Uhr in Neustadt
(Kulturwerkstatt Forum, Wieksbergstr.2, 23730 Neustadt)


In seinem 12. Schuljahr wählte sich Jonah Herrnkind dieses Stück für seine 12.-Klass-Jahresarbeit in der Waldorfschule in Ostholstein. Unter der Regie von Martin Benz wirbelte der Siebzehnjährige am Flügel das Klavierspiel hat er sich selbst beigebracht und in 14 verschiedenen Rollen über die Studiobühne der Waldorfschule in Lensahn.

2500 Jahre nach der Uraufführung in Griechenland beweisen hier Bodo Wartke, Jonah Herrnkind und Martin Benz, dass auch klassische Dramen nichts an Aktualität und packender Dramatik verloren haben und das stets mit einem Augenzwinkern – mit Billigung von Apoll? Na,toll!.

Requisite und Bühnenbild sind minimalistisch. Ein paar weiß verhüllte Turngeräte und eine Leiter. Ein paar Mützen, Brillen und Perücken. Drei Musikinstrumente. Eine gute Beleuchtung (Technik: Paul Ostendorf, Jan Harder und Noah Mueck). Und damit gelingt es Jonah, 14 ganz unterschiedliche Charaktere, davon bis zu drei gleichzeitig darzustellen, von den Königsfamilien, den Hirten, bis zur menschenfressenden Sphinx (wie Pfingsten nur mit S) und dem Oh-Rakel von Delphi. Er ist fast zwei Stunden ständig auf der Bühne unterwegs, tanzt, singt und spielt mit hoher Bühnenpräsenz und unglaublich wandelbar. Er nimmt die Zuschauer mit zu einer Höllenfahrt zu den (Un-) Tiefen menschlicher Gefühle, Beziehungen und Schicksale und quasi nebenbei durch diverse Musikstile und klassische Zitate, letztere durch Schwenken eines Reclamheftchens angezeigt. Von Bibeltexten, zwei Herren im Bad bis zur Psychoanalyse, aber ohne den tiefernsten Hintergrund der tragischen Geschichte je aus den Augen zu verlieren, naja bis auf die Augen selbst: Das wir nicht sehen ist zwar nicht schön, doch man kann sich dran gewöhn… sagt der blinde Ödipus und geht mit Teiresias nach Athen.

Das Publikum dankte Jonah mit langanhaltendem Applaus und Standing Ovations. Ein Theaterabend, den man so schnell nicht vergessen wird. Bodo Wartke, der im Vorwort zu dem Stücktext zu neuen Inszenierungen seines Ödipus auffordert, wird sich über diese Fassung sicher sehr freuen. Und für Jonah Herrnkind ist es ein perfektes Bewerbungsschreiben für seine berufliche Zukunft.