Archiv für das Jahr: 2005

Hommingberger Gepardenforelle

Im Moment läuft ein Wettbewerb der Computerzeitschrift c’t. Aufgerufen sind Suchmaschinenoptimierer, ein Webangebot zum 100% künstlichen Thema „Hommingberger Gepardenforelle“ möglichst weit oben in die Suchergebnislisten der wichtigen Suchmaschinen zu befördern. Unter Suchmaschinenoptimierern ist es üblich, mit Hilfe von Kunstworten mit Suchmaschinen zu experimentieren. Ich wünsche den Kollegen viel Erfolg beim Züchten der Hommingberger Gepardenforelle. :)

Oben links ist am besten

Die unmittelbar über den Ergebnissen eingeblendeten Werbeblöcke wurden von 80 bis 100 Prozent der Versuchspersonen wahrgenommen. Die am rechten Rand erscheinenden Anzeigen dagegen nur noch von 10 bis 50 Prozent. Und auch bei den rechts erscheinenden Anzeigen ist ein deutliches Nachlassen der Wahrnehmung von oben nach unten festzustellen. Quelle

via: Suchmaschinen-Blog

Googleisierung …

Google hilft Schülern beim „Hausaufgaben machen“, Lehrern beim Vorbereiten des Unterrichts und allgemein beim Recherchieren. Und es ist verständlich, dass dabei nur die ersten x Suchergebnise verwendet werden. Ich vermute (wurde auch schon untersucht, Quelle hab ich dazu leider gerade nicht zur Hand), dass viele insbesondere erfahrene Nutzer garnicht blättern sondern eher den Suchstring verfeinern.

Suchmaschinen bevorzugen vereinfacht gesagt die Seiten, die von populären Seiten (aus ähnlichem Themenbereich) häufig verlinkt werden. Eine Verlinkung wird als Empfehlung gewertet, die schwerer wiegt, je mehr Empfehlungen der Empfehlende auf sich verzeichnen kann. Eigentlich ein geniales System, das von Maschinen bewältigt werden kann und längst noch nicht am Ende der Möglichkeiten ist. Noch kann es von Seitenbetreibern manipuliert werden (aber es wird schon deutlich schwieriger).

Jetzt kann man das Vorgehen kritisieren und bemängeln, dass dadurch der Mainstream nach oben befördert wird. Man kann aber ebenso kritisieren, dass in redaktionell betreuten Verzeichnissen die Seiten aufgenommen werden, die dem Redakteur am besten gefallen. Das ist dann zwar nicht der Mainstream aber unbedingt besser? Vor allem kann die Nutzung von Verzeichnissen nicht erzwungen werden. Denn es gibt sie ja, wie richtig gesagt wird.

Wichtig ist aber die Kritik an der „Googleisierung“ auf jeden Fall. Wir müssen noch mehr als früher lernen, mehrere Quellen auszuwerten. Es war schon vor dem Internet kritisch, einfach das zu glauben, was in der Zeitung stand. Aber heute ist es wesentlich einfacher, mehrere Quellen zu Rate zu ziehen. Das kostet Zeit, aber das ist vielleicht genau die Zeit, die wir ansonsten an Kiosken und in Bibliotheken zugebracht haben und jetzt sparen, weil wir nicht mehr reisen müssen.

Wie komm ich eigentlich darauf:

Heute hab ich mal wieder nach einem von mir ausgedachten Wort gegoogelt. Als ich vor einigen Jahren anfing, Suchmaschinenoptimierung anzubieten, habe ich mein „Verfahren“ Googlemierung genannt. Googlemierte Webseiten werden bei Google besser gefunden, das ist klar.

Ich hab das Wort dann nicht weiter verfolgt, weil ich vermutlich Markenrechte damit verletzen würde und zweitens es glücklicherweise auch andere Suchmaschinen gibt. Drittens vertrete ich das nicht mehr, was heute unter Suchmaschinenoptimierung verstanden wird. Ich baue nach wie vor Webseiten, die bei Suchmaschinen gut gefunden werden. Aber Suchmaschiennoptimierung oder dergleichen nenne ich meine Arbeit nicht mehr.

Aber ich bin durch den Alternativ-Vorschlag von Google auf einen ganz interessanten Artikel gestossen, der mit Googleisierung die Verarmung der Bildung umschreibt.

Ausländische Erntehelfer ersetzen?

Im Weblog Notizen aus Schleswig-Holstein wird ein Artikel in der Zeit angeführt, der sich mit dem aktuellen Thema „Ausländische Erntehelfer durch deutsche Arbeitslose ersetzen“ befasst. Das besondere: der Artikel ist aus 1997. Da werden in der Politik also wieder Sachen aufgekocht, die eigentlich längst schon gegessen sind. Eigentlich im wahrsten Sinne des Satzes ekelhaft … ;)

Aber es klingt ja einfach: es gibt so viele Arbeitslose in Deutschland, warum brauchen wir dann Ausländer? Vielleicht in der gleichen Kategorie und ähnlich vereinfacht gedacht: es gibt so viele Schumacher in Deutschland, warum kaufen wir unsere Schuhe in China? Oder: es gibt so viele Tischler in Deutschland, warum werden so viele Treppen und Fenster aus Polen importiert?

Es gibt meistens nichts ausgeglicheneres als Märkte. Die Schieflage wird immer grösser, je mehr versucht wird, von staatlicher Seite zu steuern. Es klingt nur immer so einfach, ändert aber nichts an den Ursachen. Alles nichts neues und keine revolutionären Gedanken oder Geheimnisse, ändern tut sich trotzdem nichts. Was lernen wir daraus? Vielleicht muss es erst zum absoluten Crash kommen, bevor wir bereit sind, uns auf die Realität zuzubewegen oder uns überhaupt zu bewegen.

Open Source Marketing

Einen ganz interessanten Artikel zum Open Source Marketing hat Sascha Langner hier geschrieben.

Besonders interessant an allen Formen von Open Source finde ich, dass das Geld nicht mit dem eigentlichen Produkt sondern mit Services oder Add-Ons verdient wird. Das ist „um die Ecke gedacht“, wie wir es in der alten Welt nicht gewöhnt waren. Hoffentlich fällt nicht irgendwelchen Bürokraten doch mal ein, durch Reglementierung etc. die Open Source Bewegung zu zerstören. Wir dürfen nie vergessen: ohne Open Source wäre das Internet nicht da wo es jetzt ist.

Döner Quartett

Gestern hab ich es gespielt. Das Döner Quartett. Das ist echt mal was anderes als immer Schiffe, Rennautos und Motorräder. Wobei – wann hab ich eigentlich das letzte Mal Quartett gespielt? ;)

Whatever, ich weiss jetzt, dass die erste Dönerbude in Berlin schon Anfang der 1970er Jahre aufgemacht wurde (allerdings nicht, ob es da auch schon Dönertaschen gab). Ein verbreiteter Preis für Döner in Berlin ist 2 EURO (da können wir an der Ostsee nur von träumen). Und dann die Namen der Läden … Herrlich. Ich werde das Döner Quartett wohl sicherlich nicht täglich spielen, aber die Idee ist grandios.

Fußball und BGS: wer bezahlt?

Ich hab Samstag auf dem Bahnhof in Bielefeld einen BGS-Beamten gefragt, wie viele Beamten eigentlich wegen des Spiels HSV – Bielefeld unterwegs waeren. So ca. 70 bis 80 und dazu noch die, die im Stadion seien. Bewacht werden die Spiele der ersten, zweiten und teilweise dritten Liga. Das sind jedes Wochenende ein paar tausend (!) Polizisten, die nur wegen der Fußballerei auf Steuerkosten unterwegs sind und sich von Besoffenen anpoebeln lassen muessen. Die Vereine wollen das nach seinen Angaben nicht bezahlen, weil die ja nicht fuer die oeffentliche Sicherheit zustaendig seien. Ich fühle mich dafür aber auch nicht zuständig und wenn das so ist, bin ich ganz klar der Meinung: Fußball sollte echt verboten werden …

Eyetracking Suchmaschinen

Bei Ecin hab ich gerade von einer Studie gelesen, die das „Goldene Dreieick“ von Suchmaschinenbenutzern untersucht. Also: wo gucken Leute hin, wenn sie Suchmaschinen benutzen. Die Ergebnisse überraschen wirklich nicht, aber ich erlaube mir hier einmal zu zitieren:

So erhalten die ersten drei aufgelisteten Suchergebnisse 100 Prozent Beachtung. Rang vier bekommt 85 Prozent, Rang fünf 60 Prozent, Rang sechs 50 Prozent und Rang zehn nur noch 20 Prozent Aufmerksamkeit. Stark ab fällt das Interesse bei Ergebnissen, die erste erscrollt werden müssen. Die Top Sponsored Ads, also die bezahlten Treffer am oberen Bildrand, erhalten 80 bis 100 Prozent Aufmerksamkeit. Die bezahlten Treffer an der Seite dagegen nur zehn bis 50 Prozent. 50 Prozent der Sucher schauten, nach Angaben der Studie auf die obersten seitlichen Treffer, nur zehn Prozent auf die in Rang sieben oder acht.

Klar ist: es macht Sinn, Arbeit bzw. Geld in die Verbesserung seiner Position in den Suchergebnislisten zu investieren. Die bezahlten Anzeigen können eine sinnvolle Unterstützung sein und werden auch von den Nutzern akzeptiert. Allerdings liegt die hauptsächliche Aufmerksamkeit auf den „organischen Suchergebnissen“ auf der linken Seite. Das deckt sich mit den Ergebnissen meiner Diplomarbeit aus dem Jahr 2004.