Googleisierung …

Google hilft Schülern beim „Hausaufgaben machen“, Lehrern beim Vorbereiten des Unterrichts und allgemein beim Recherchieren. Und es ist verständlich, dass dabei nur die ersten x Suchergebnise verwendet werden. Ich vermute (wurde auch schon untersucht, Quelle hab ich dazu leider gerade nicht zur Hand), dass viele insbesondere erfahrene Nutzer garnicht blättern sondern eher den Suchstring verfeinern.

Suchmaschinen bevorzugen vereinfacht gesagt die Seiten, die von populären Seiten (aus ähnlichem Themenbereich) häufig verlinkt werden. Eine Verlinkung wird als Empfehlung gewertet, die schwerer wiegt, je mehr Empfehlungen der Empfehlende auf sich verzeichnen kann. Eigentlich ein geniales System, das von Maschinen bewältigt werden kann und längst noch nicht am Ende der Möglichkeiten ist. Noch kann es von Seitenbetreibern manipuliert werden (aber es wird schon deutlich schwieriger).

Jetzt kann man das Vorgehen kritisieren und bemängeln, dass dadurch der Mainstream nach oben befördert wird. Man kann aber ebenso kritisieren, dass in redaktionell betreuten Verzeichnissen die Seiten aufgenommen werden, die dem Redakteur am besten gefallen. Das ist dann zwar nicht der Mainstream aber unbedingt besser? Vor allem kann die Nutzung von Verzeichnissen nicht erzwungen werden. Denn es gibt sie ja, wie richtig gesagt wird.

Wichtig ist aber die Kritik an der „Googleisierung“ auf jeden Fall. Wir müssen noch mehr als früher lernen, mehrere Quellen auszuwerten. Es war schon vor dem Internet kritisch, einfach das zu glauben, was in der Zeitung stand. Aber heute ist es wesentlich einfacher, mehrere Quellen zu Rate zu ziehen. Das kostet Zeit, aber das ist vielleicht genau die Zeit, die wir ansonsten an Kiosken und in Bibliotheken zugebracht haben und jetzt sparen, weil wir nicht mehr reisen müssen.

Wie komm ich eigentlich darauf:

Heute hab ich mal wieder nach einem von mir ausgedachten Wort gegoogelt. Als ich vor einigen Jahren anfing, Suchmaschinenoptimierung anzubieten, habe ich mein „Verfahren“ Googlemierung genannt. Googlemierte Webseiten werden bei Google besser gefunden, das ist klar.

Ich hab das Wort dann nicht weiter verfolgt, weil ich vermutlich Markenrechte damit verletzen würde und zweitens es glücklicherweise auch andere Suchmaschinen gibt. Drittens vertrete ich das nicht mehr, was heute unter Suchmaschinenoptimierung verstanden wird. Ich baue nach wie vor Webseiten, die bei Suchmaschinen gut gefunden werden. Aber Suchmaschiennoptimierung oder dergleichen nenne ich meine Arbeit nicht mehr.

Aber ich bin durch den Alternativ-Vorschlag von Google auf einen ganz interessanten Artikel gestossen, der mit Googleisierung die Verarmung der Bildung umschreibt.

Ein Gedanke zu „Googleisierung …

  1. Herbert

    Das ist ja nett – eigentlich habe ich Deinen Blog aufgesucht, weil ich ihn vor einigen Tagen in die Blogrollingliste meines Männerblogs aufgenommen habe. Und jetzt zitierst du hier einen Artikel von mir, den ich in meinem Studentenprojekt Medienmami geschrieben habe – die Welt ist klein :-)

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