Archiv für das Jahr: 2005

Softwarepatente abgelehnt

„Das Europaparlament hat den umstrittenen Entwurf von EU-Kommission und EU-Rat zur Einführung von Software-Patenten abgelehnt. Die Abgeordneten wiesen das EU-Gesetz heute in Straßburg mit überwältigender Mehrheit zurück.“ Quelle: spiegel.de

Ursache mag wohl sein, dass die letzten Kompromissvorschläge für die Befürworter der Softwarepatente nicht ragbar waren. So stand es auf heise.de

Wie auch immer: es ist ein Segen für freie Software und das gesamte Internet, dass das Thema erstmal vom Tisch ist. :)

Was man im Internet verkaufen kann

Im Newsletter von Karsten Büttner lese ich gerade eine nette Anekdote zum Thema „Was man im Internet nicht verkaufen kann

Ein gut zu lesender prägnanter Text, der alles rund um den Verkauf im Internet mit einem Satz auf den Punkt bringt: „Sie können nur finden, was Sie suchen können“.

Nischenprodukte lassen sich zwar ganz klar besser verkaufen, aber nur dann, wenn überhaupt bekannt ist, dass es diese Produkte (auch als abstrakte Problemlösung) überhaupt gibt. Das Internet ist als Vertriebsinstrument nicht das beste Werkzeug, um Produkte in den Markt zu drücken. Ich glaube gern, dass das nicht jedem klar ist.

Sasser und Softwarepatente

Ab heute steht der Entwickler des Virus Sasser vor Gericht. Und heute wird die Entscheidung über die EU-weite Einführung von Softwarepatenten vorbereitet.

Ich möchte nicht so weit gehen und Virenentwickler als Helden darstellen. Ich hatte auch auf einem Rechner unter Sasser zu leiden. Aber man könnte wohl durchaus der Meinung sein, dass Viren Sicherheitslöcher in Software aufdecken. Freie Software braucht dafür keine Viren, denn bei freier Software können Sicherheitslöcher durch Weiterentwicklung behoben werden.

Mit der Einführung von Softwarepatenten stehe das gesamte Internet (das grösstenteils aus freier Software besteht) auf dem Spiel. Es gibt wohl kaum eine Entwicklung, die so schnell so erfolgreich geworden ist. Wie kann man da von der Verhinderung von Innovationen sprechen. Kritiker der Softwarepatnete sagen, dass gerade Softwarepatente es sein werden, die Innovationen verhindern.

Und genau das ruft eventuell die Lobby auf den Plan, weil es die Welt vereinfacht. Vielleicht ist das ganze nicht so einfach wie hier dargestellt, vielleicht aber doch. Morgen wird in Brüssel über Softwarepatente entschieden. Seien wir gespannt.

Google Sitemap PHP

Einen Generator für Google-Sitemaps gibt es jetzt auch als php-Version.

Leicht zu installieren und gut zu bedienen. Allerdings nur für statische Internetpraesenzen zu gebrauchen. Update Januar 2009: Und man muss genau hinsehen, ob die Modifikationen (z.B. lastmodified) der Einstellungen wirklich was bringt oder eben nicht.

Update: Die aktuelle Version ist sehr viel ausgereifter. Es kann z.B. die Website abgesucht werden (durch einen Crawler), von der Website ausgesendete Cookies werden gespeichert und bei den nächsten Aufrufen zurück geschickt (für Session-Behandlung), die Verzeichnisse und Dateien können gefiltert werden. (Kommentar vom Entwickler)

Google nimmt ausser den Sitemaps im xml-Format auch RSS und Atom.

Update: Hier ist eine Liste mit fremden Sitemapgeneratoren (aus Sicht von Google)

Bauernhofurlaub versus Landurlaub

Erst vor kurzem ist mir das Wort Landurlaub zu Ohren gekommen. Bis dahin habe ich auch bei Urlaub auf einem Resthof oder im einem Landhaus von Bauernhofurlaub gesprochen.

Sicher ist hier das Wort Bauernhofurlaub etwas unpräzise. Präziser ist da sicher das Wort Landurlaub.

Mit der Zeit werden die von einem landwirtschaftlichen Betrieb (Sprachgebrauch Bauernhof bzw. Gutshof) bewirtschafteten Flächen immer grösser. Da die Erde als fester Faktor gegeben ist, müssen die Flächen aus der Zusammenlegung von Bauernhöfen kommen. Dadurch entstehen dann Resthöfe, die zwar das Anwesen (und vielleicht das Ambiente) eines Bauernhofes repräsentieren können, aber genau genommen kein Bauernhof sind. Wer dort Urlaub macht, macht keinen Bauernhofurlaub sondern Landurlaub.

An der Ostsee tritt dieses Phänomen noch stärker in Mecklenburg-Vorpomern auf, wo es diverse restaurierte Gutshäuser gibt. Zu einem Bauernhof / Gutshof gehören diese schon lange nicht mehr, da in der DDR die landwirtschaftliche Struktur nahezu komplett aufgegeben wurde und die Bauernhöfe grösstenteils zu LPGs (Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften) zusammengelegt wurden.

Also Landurlaub ist nicht gleich Bauernhofurlaub. Von der Definition mag das stimmen, aber wie bringt den Unterschied zwischen Landurlaub und Bauernhofurlaub in den Markt? Handelt es sich nicht auch hier um Fachsprache, die zwar die Definition präzise erfüllt, aber an der Sprache des Kunden vorbeigeht?

Ist nicht ein Bauernhof ohnehin mehr und mehr eine künstliche Erlebniswelt? Romantisch mag er ja sein: der landwirtschaftliche Betrieb mit Kühen, Schweinen und dem Hahn auf dem Mist, aber landwirtschaftliche Realität ist das schon lange nicht mehr. Jedenfalls nicht, wenn Sie als Familieneinkommen dienen soll.

Wie auch immer: benennen wir den Katalog für Bauernhofurlaub an der Ostsee einfach um in Katalog für Bauernhof- und Landurlaub an der Ostsee ;)

Update: So wird der Begriff Landurlaub und Bauernhofurlaub verwendet.

Familienurlaub

Im Magazin des Deutschen Jugendherbergswerks ist von einer Studie von familie.de und DJH Reisen zu lesen. Demnach verbringen Familien ihren Urlaub zu 40% in Ferienwohnungen, jeweils gut 20% in Hotels / Ferienanlagen / Jugendherbergen und jeweils gut 10% auf Campingplätzen bzw. Bauernhöfen. „Die […] Trendstudie „Reisen mit der Familie“ zeigt, dass Deutschland mit Abstand das beliebteste Reiseland für Familien ist: 70,4 Prozent der Familienurlaube im vergangenen Jahr wurden in der Heimat verbracht.“ (Quelle: IHK Hannover)

Diagramm Quelle: extratour Nr. 4 / 2005, Juli / August

Das ist eine interessante Information. Sicher kann man das nicht 1:1 summieren. Aber wenn jemand Ferienwohnungen anbietet, dafür sorgt, dass die Kinder z.B. reiten können, auf eine homogene Kundenschicht aus jungen Familien achtet, etwas Animation anbietet und das ganze in einem persönlichen Rahmen hält, ist er weiterhin gut gerüstet.

Wir machen also weiter so: Ferienwohnung – Familienurlaub – Reiten – Natur :)

Tourismusinvestitionen Schleswig-Holstein

22 Hotelvorhaben – je 11 Projekte an Nord- und Ostsee sollten durch die Fülle von Bewerbern die viele hundert Millionen Euro mitbringen wollen realisiert werden.

via: Notizen aus Schleswig-Holstein

Torsten fragt sich in seinem Blog, ob genug Nachfrage nach hochpreisigen Zimmern an der Nord- und Ostsee besteht.

Es könnte sein, dass diese Frage bei den Entscheidungen nachrangig ist. Diesem Szenario folgend wäre es möglich, dass durch grosse Investitionen (und die damit verbundenen Arbeitsplätze) das Prestige der beteiligten Politiker steigt. Die Investoren verlassen sich bei Großprojekten möglicherweise auf die (finanzielle) Unterstützung der Regierung und der Kommunen (Grundstücksgeschenke). Wenn das so ist, wird eine Investition schnell mal interessant. Wenn die Rendite dann schrumpft (oder die z.B. 20jährige Betriebsgarantie als Hotelbetrieb ausläuft), werden die Objekte als Eigentumswohnungen verkauft. 70er Jahre lassen grüssen … Das ganze ist nur ein Szenario, das mir als Kaufmann möglich erscheint, wenn die Investition in touristische Großprojekte nicht von sich aus lukrativ sein sollte (dazu fehlt mir die entsprechende Erfahrung).

Zomtec

Manchmal sehe ich fern (auch Werbung) und manchmal gucke ich Internet. Und manchmal stosse ich dabei wie vermutlich alle anderen Menschen auf Kuriositäten. Ich weiss jetzt, dass Mitch von Zomtec eigentlich Robert heisst und bei einer Firma für Werkzeugmaschinenservice arbeitet. Oder er sieht nur so aus, aber das eindeutig. ;)

Zomtec

Robert:
Robert

Google Gesellschaft

Auf Googles drohendem Informationsmonopol wird in letzter Zeit oft herumgehackt. Vielleicht zu recht und man kann immer sagen, dass es noch schlimmere gibt. Aber ganz gut auf den Punkt bringt Thilo Pfennig die Problematik, der auf Microsoft und AOL verweist.

Im Auge behalten werde ich einmal den Namen Katja Husen behalten, die so zitiert werden kann:

Sie vermisst mehr Lobbying in Richtung hin zu einer „mutigen Politik, die sagt, wir können nicht alle vor allem schützen, aber wir bilden euch so gut aus, dass ihr euch selber schützen könnt.“

Schade, dass sie der Partei angehört, die an anderer Stelle meint, uns an jeder Stelle mit sogenanntem Verbraucherschutz bevormunden zu müssen.

Verein für Zweitnormalität

Heute hatte ich mal Langeweile und bin meine alten Bookmarks durchgegangen. Dabei ist mir mal wieder der Link zum Verein für Zweitnormalität in die Hände gefallen. Das ist doch mal wieder einen Link wert. Es geht beim Verein für Zweitnormalität darum, die Rechte derer zu stärken, die Probleme mit dem Motto „Morgenstund hat Gold im Mund“ haben.

Nach diesem Motto orientieren sich Kindergärten, Schulen, Arbeitgeber und natürlich vorneweg die Ämter und öffentliche Einrichtungen am Idealtypus des frühen Huhns.

Bei DELTA t, dem Verein für Zweitnormalität e.V. heisst es daher eher: „Wenn der Hahn kräht auf dem Mist, sind wir wo es schöner ist!“ Im diesem Sinne wünsche ich einen guten morgen. :)