Archiv der Kategorie: Internet

Social Bookmark Spam

Ist eigentlich der Sinn von Social Bookmark Plattformen in erster Linie Spam oder freundlich ausgedrückt „Linkaufbau“? Wenn man sich die User der häufigsten Seiten mit dem Tag Ostsee bei mister-wong auf der ersten Seite so ansieht … Die „Benutzer“ sehen schon mit blossem Auge teilweise sehr verwandt aus.

Freu mich trotzdem auf das Wiedersehen morgen nachmittag. ;)

ebay Widerrufsfrist

Gerade haben wir uns an die verlängerte Widerrufsfrist bei ebay gewöhnt, da kommt eine neue Information. Die Widerrufsfrist soll im Sommer 2009 als Gesetz verabschiedet werden. Da soll dann auch bei ebay wieder die Widerrufsfrist von zwei Wochen gelten. Oder vielleicht muß es dann doch 14 Tage heissen oder vielleicht besser heißen?

Google Maps Screenshot

Anscheinend werden jetzt Firmen von der Firma Geocontent GmbH abgemahnt, die Screenshots von Google Maps oder Google Earth auf ihrer Seite haben.

Meine kurze journalistische Recherche dazu hat ergeben, dass die AGB von Google Maps™ wohl schwierig zu verstehen seien. Das ganze sei vermutlich so auszulegen, dass jede Nutzung von Google Maps, die nicht über die API erfolgt, gegen das Urheberrecht verstosse. Dafür bedürfe es der ausdrücklichen Genehmigung durch Google.

Die Luftbilder, die über Google-Maps angezeigt werden, gehören der Firma Geocontent. Insofern braucht man für einen Screenshot von Google Earth vermutlich eine Lizenz von Google und / oder von Geocontent.

Fragen Sie im Zweifel unbedingt einen Rechtsanwalt. Es ist in nächster Zeit vermutlich mit verstärkten Abmahnungen zu rechnen.

Internetrecht und GMV

Als ich theoretische Grundlagen des Rechts gelernt habe, kam das Kuerzel GMV in nahezu jeder Vorlesung vor. Wer den Grundsatz GMV in einer Klausur erwaehnt hat, konnte sich der Gunst des Korrektors fast sicher sein. Leider haben nicht alle, die sich zudem leider professionell mit Internetrecht in der Rechtssprechung auseinander setzen, die gleichen Ansichten. Vielleicht ist der Haken auch in der Gesetzgebung zu suchen. Da koennte sich aber auch die Katze in den Schwanz beissen.

GMV steht fuer Gesunden Menschenverstand und an dem scheint es meiner Meinung nach zu fehlen, wenn es darum geht, dass ein Wertersatz beim Fernansatz nicht durchgesetzt werden kann, wenn die Belehrung ueber die Widerrufsfolgen erst nach Vertragsabschluss erfolgt. Das ist nach herrschender Meinung zum Beispiel bei ebay der Fall.

Wertersatz bedeutet, dass der Kunde, der etwas kauft und benutzt und die Sache dann innerhalb der Widerrufsfrist von vier Wochen zuerueckschickt, einen Wertersatz fuer die Benutzung zu leisten hat, wenn das mit dem Verkaeufer vorher vereinbart wurde. Nach Beachtung des GMV waere nicht einmal der letzte Teilsatz dafuer erforderlich, dass ein Wertersatz zu leisten ist. Das ist jedenfalls meine nicht massgebliche Meinung.

Mehr Hintergrundinformationen zur neuen Muster-Widerrufsbelehrung und eine Protestaktion dagegen.

Fernmeldegeheimnis

Ich bin der Meinung: „Es gab in Deutschland mal ein Fernmeldegeheimnis.“ Laut Wikipedia ist aus der Legaldefinition im TKG und StGB abzuleiten: […] unterliegen dem Fernmeldegeheimnis „[…] insbesondere die Tatsache, ob jemand an einem Telekommunikationsvorgang beteiligt ist oder war“ […].

Gestern (am bedeutungsvollen 9.11.) wurde das Fernmeldegeheimnis nach meinem Verständnis vom Deutschen Bundestag erheblich eingeschränkt. Nach dem Wunsch der Abgeordneten (wenn auch nach Vorlage durch die EU) müssen Provider (Internet und Telefon) in Zukunft die Verbindungsdaten von Telefonie und Internetdiensten für 6 Monate speichern. Der Eingriff in die Persönlichkeitsrechte liegt vor allem darin, dass mit den erfassten Daten Profile erstellt werden können. Dieser Ansicht ist laut heise auch die Ex-Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (warum wird eigentlich eine Session eröffnet, wenn die Seite aufgerufen wird?).

Zur Vorratsdatenspeicherung wird von einem Berliner Rechtsanwalt eine Verfassungsbeschwerde vorbereitet, die eingereicht wird, wenn der Bundespräsident den Gesetzentwurf unterschreiben sollte.

Ich denke ja eigentlich: ich habe nichts zu verbergen, sollen sie doch speichern. Das Problem ist nach meiner Auffassung: wo Daten gespeichert werden ist Mißbrauch möglich. Das ist für mich Grund genug, die Vorratsdatenspeicherung abzulehnen. Deshalb beteilige ich mich auch an der Verfassungsbeschwerde.

Kritisch beleuchtet werden hier die Argumente für die Vorratsdatenspeicherung. Zum Beispiel: „Der Zugriff auf die gespeicherten Daten ist nur unter engen Voraussetzungen (z.B. richterliche Anordnung) zulässig.“

Cluetrain Manifest

Was ist eigentlich Web 2.0? Eigentlich ein überflüssiges Modewort, denn was jetzt als Web 2.0 bei der Menschenmenge ankommt, ist der eigentliche Grundgedanke des Internet. Jeder kann mit jedem Kommunizieren.

Diese Meinung kann man sicherlich ungestraft vertreten. Aber vielleicht ist es auch egal, wie das ganze heisst. Vielleicht ist viel wichtiger, was sich mit der zunehmenden Verbreitung des Internet in den Köpfen ändert.

Bei der Recherche für ein Seminiar an der FH Wolfenbüttel (in Wolfsburg, nächste Woche Mittwoch und Donnerstag, Raum G6) ist mir wieder einmal das Cluetrain Manifest eingefallen. Hier ein paar der 95 Thesen über das Verhältnis von Unternehmen und ihren Kunden.

1. Märkte sind Gespräche
7. Hyperlinks untergraben Hierarchien
11. Verbraucher beraten sich untereinander besser als es Verkäufer können
12. Der vernetzte Markt weiß mehr über die Unternehmen als sie selbst über sich

Das Internet hat vieles verändert und in rasender Geschwindigkeit werden viele dieser Änderungen als selbstverständlich wahrgenommen. Aber diese Selbstverständlichkeiten sind noch längst nicht überall angekommen.

Was weiss wer über wen?

Oder auch: Was weiss das Internet über mich?

Mit der Zeit schadet es nicht, bei der Internetnutzung etwas paranoid zu werden. Klar, mich interessiert selber auch, woher die Besucher meiner Webseiten kommen, welche Seiten aus meinen Angeboten sie sich häufig ansehen, wie oft sie wiederkommen und so. Das sind schon wichtige Fragen bei der Optimierung von Webseiten. Doch ich setze mich damit nicht bis zum Erbrechen auseinander. Ich kann nicht mal beantworten, wie oft ein Besucher wiederkommt und wenn ich ehrlich bin: so wichtig ist mir auch nicht das zu wissen.

Und weil mir die Möglichkeiten doch zum Teil nicht so nahe gehen weiß ich auch nicht genau, was man so als neugieriger Marktforscher alles für Profile erstellen kann. Ich habe vielleicht als Absolvent oder besser Besucher der Vertiefungsrichtung Marktforschung im Studium eine etwas genauere Vorstellung als der eine oder andere. Und für CRM interessiere ich mich schon seit ich in den 1980er Jahren meinen ersten PC in einem Kaufhaus gekauft habe und ich bei einer Reparatur nicht verstanden habe, dass die meine Kundendaten nicht gespeichert haben. Dass die nicht mal theoretisch wissen wollen, was ich wann bei denen gekauft habe. Ich werde nie vergessen, dass der Verkäufer gesagt hat: „Wissen Sie eigentlich wie viele Kunden wir haben? Wenn wir die ganzen Daten erfassen würden, hätten wir viel zu tun.“ Vielleicht gibt es Schaulandt deshalb nicht mehr.

Jedenfalls bin ich ziemlich sicher, dass ich einen ziemlichen Schrecken bekäme wenn ich genau wüsste, was trotz einiger Vorsichtsmaßnahmen jetzt schon bestimmte Profiler alles über mich wissen könnten. Seit Jahren baue ich Webseiten, beteilige mich in Foren und Newsgroups und blogge. Ein leichtes ein Profil über mich zu erstellen. Nur nehme ich mich nicht so wichtig, dass ich glaube, dass das wirklich jemanden interessiert. Nur, weiß ich es, wen interessieren könnte, was meine Interessen sind?

Wenn ich jetzt richtig paranoid wäre, hätte ich keine andere Chance als mit der ganzen Internet-Nutzung aufzuhören. Ab in den Garten und nur noch Hühner und Schafe züchten?

Aber dann auch wieder losgehen und alles in Läden kaufen, um mich nochmehr über die Strafzetteloptimierer zu ärgern? Nur weil ich nicht möchte, dass der freundliche Bücherversand weiß, was ich gerne für Bücher lese? Die wissen ja bestimmt sogar, welche Bücher ich mir schon mal bei denen angesehen habe ohne sie dann gekauft zu haben. Und ich habe denen auch bestimmt die Erlaubnis dafür gegeben. Das gleiche gilt natürlich für das Online-Auktionshaus, bei dem ich schon etliche Sachen bequem, einfach und manchmal auch ziemlich günstig gekauft habe.

Was die beliebte Suchmaschine als über mich weiß, möchte ich erst recht nicht wissen. Immerhin vermeide ich es, bei meinen Recherchen ständig eingeloggt zu sein. Aber letztlich logge ich mich doch manchmal ein und hinterlasse dabei eine IP-Adresse, mit der ich ohne weiteres auch identifiziert werden kann, wenn ich dann nicht mehr eingeloggt bin. Ob die das dürfen oder nicht weiß ich nicht genau. Vermutlich nicht, aber weiß ich ob die die Gesetze kratzen oder nicht? Und weiß ich eigentlich, ob die beliebte Suchmaschine nicht einem amerikanischen (oder vielleicht russischem oder israelischem) Geheimdienst gehört?

Warum ich eigentlich über das tolle Kontaktportal jedem oder zumindest dem Betreiber mitteile, wen ich alles kenne, weiß ich auch nicht so genau. Jeder kennt jeden über drei Ecken. Ist ja schon eine interessante Information, aber wen geht das letztlich was an?

Ich nutze elektronischen Geldverkehr (was weiß eigentlich meine Bank alles über mich?). Zumindest wissen die (wenn es sie interessiert) ziemlich viel über meine Reise- und Einkaufsgewohnheiten. Vielleicht auch ein Grund, mehrere Banken zu haben.

Ich habe eine branchenübergreifende Ausspionierkarte (manchmal benutze ich die auch). Zumindest habe ich beim Abschluss des Vertrags mit dem ausgebenden Unternehmen der Weitergabe meiner Daten und damit wie ich meine der Profilbildung widersprochen. Aber weiß ich, dass die nicht wissen, dass ich mich zu Studienzeiten am liebsten von White Russian ernährt habe?

Ok, bei Preisausschreiben oder Gewinnspielen mache ich nicht mit und ich habe auch nicht viel Mitleid für Menschen, die sich von Telefonverkäufern belästigt fühlen, denen sie selbst die Erlaubnis gegeben haben, sie anzurufen. Aber das ist wohl der einzige Ort an dem ich keine Spuren hinterlasse.

Anfangen könnte ich vielleicht mal mit Anonym Surfen. Denn was mein Internetprovider alles über mich weiß, möchte ich auch nicht so genau wissen. Ich weiß nur, dass ich nicht möchte, dass dieses Wissen unter dem Vorwand der Terrorismusbekämpfung jahrelang gespeichert werden muss. Übrigens hat das T-Shirt Stasi 2.0 mit der Post einen Tag länger gebraucht als üblich. Ob das vorher abgefangen und markiert wurde? Bei der Gelegenheit: was weiß eigentlich die Post alles über mich?

Strato Powerserver

Ein Strato Powerserver geht kaputt. Kann ja passieren. Schlecht ist nur, dass bei diesem Discountserver nicht nachgesehen wird, was denn kaputt ist, sondern das Ding vermutlich „in die Tonne gehauen wird“. Alle Daten futsch. Und zum zweiten Mal in diesem Jahr gelernt: ein Backup ist nur dann ein gutes Backup wenn es nicht manuell gemacht werden muss. Leider ist bei einem Strato Powerserver kein automatisches Backup vorgesehen. Drum prüfe wer sich ewig bindet … Hier noch ein etwas detaillierterer Test. Weiss nicht, ob sich in dem Jahr was getan hat.

Update: Das Gute an der Sache ist natürlich, dass man die Gelegenheit hat, alles mal von Grund auf neu zu machen, ohne an alten Dingen hängen zu können. ;)

Stasi 2.0

Ich weiss nicht genau, ob ich den Slogan Stasi 2.0 wirklich gut finde. Soweit ich das überhaupt beurteilen kann, hat die Stasi nicht nur Daten gesammelt, sondern auch gefoltert, denunziert und gemordet. Ich bin auch nicht für Käfighaltung bei Hühnern, aber ich lehne dafür den Begriff Hühner-KZ entschieden ab, weil es imho die vermutlich damit verglichenen Gefangenenlager politischer Diktaturen verharmlost. Soviel als Vorbemerkung, der Begriff Stasi 2.0 wird auch bei Wikipedia kontrovers diskutiert.

stasi_20.jpg

Was ich aber auch nicht gut finde ist, dass der Staat immer mehr Dinge meint tun zu müssen. Das geht los mit der imho ausufernden Umverteilung. Da wird von Bürokratieabbau gesprochen und irgendwie ist davon nichts zu merken. Überall werden neue Arbeits- und Fianzämter gebaut. Wofür denn, wenn die Bürokratie abgebaut werden soll? Um die Bauwritschaft zu fördern? Tolle Sache, aber volkswirtschaftlich ein Griff ins Klo, weil die Wertschöpfung insgesamt nicht erhöt wird (das ist die von mir vertretene Ansicht unter den vielen volkswirtschaftlichen Modellen).

Was ich auch doof finde: der Staat (mal so über einen Kamm geschoren) meint alles am besten zu können. Es wird ein Bundestrojaner erfunden, mit dem eine staatlich verordnete Sicherheitslücke auf jedem Rechner mit Internetanschluss installiert werden soll. Es ist ja nicht so, dass ich gegen Sicherheit und gegen Strafverfolgung bin. Ich plane nicht straffällig zu werden und habe demnach auch keine Angst vor den Justizbehörden. Ich bin aber der Ansicht, dass

– auch Unschuldige vor einer Online-Duchsuchung nicht sicher sind
– der Staat nicht in der Lage ist, die erfassten Daten 100% zu sichern
– die Software in falsche Hände geraten kann
– wirklich Kriminelle sich (ggf. mit kriminellen Methoden) vor einer Online-Duchsuchung schützen werden

Deshalb habe ich mir ein T-Shirt mit der Schäublone bestellt. Damit bringe ich zum Ausdruck, dass ich nicht nur gegen den Bundestrojaner sondern auch insgesamt gegen die immer umfassendere Erfassung von persönlichen Daten bin (auch Voratsdatenspeicherung) bin.