Lebensmittel im Müll

Wer sich gerne mal bei Prozessen am Amtsgerichten amüsiert, sollte die Termine in Ahrensburg im Auge behalten. Dort läuft aktuell ein Prozess gegen einen Containerer. Bei diesem Fall geht es wohl nicht um Lebensmittel. Aber mir geht es hier um das Wegwerfen von Lebensmitteln.

Beim Containern fällt mir ein, dass ich neulich im Radio gehört hab, dass in Wien über 10% der gekauften Lebensmittel original verpackt im Müll landen. Untersucht wird sowas von der Universität für Bodenkultur in Wien. Für Deutschland werden die Zahlen vermutlich nicht anders aussehen. Man muss nur mal Restaurantbesitzer fragen, was so alles auf Tellern bleibt. „Da können einem die Tränen kommen“ sagte mir mal ein befreundeter Wirt.

Es ist einfach erschreckend, dass unverdorbene Lebensmittel weggeworfen werden. Ich schüttel auch regelmäßig mit dem Kopf, wenn bei uns Gäste abreisen und wie selbstverständlich völlig unversehrte Lebensmittel in den Müll wandern.

Lebensmittel können also eine Preiserhöhung von rund 10% verkraften, ohne dass es jemand merken würde, wenn dann nichts mehr weggeworfen würde. Schöne Theorie … Nur „knapp zwölf Prozent des Budgets gibt ein deutscher Haushalt im Durchschnitt für Nahrung aus.“ (Quelle). Damit sind die Deutschen in der EU im Mittelfeld.

Wie entfremdet wir von der Nahrungsmittelproduktion sind, zeigt auch der Hype der Facebook-Applikation Farmville. Und vielleicht gehört in die Schublade auch der Trend zum Bauernhofurlaub, der auch in vielen Fällen eher einer künstlichen Erlebniswelt ähnelt als die harte Realität der Landwirtschaft abzubilden.

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