Was bedeutet eigentlich Hochzeit? Das sieht natürlich jeder anders. Für den einen ist es die wichtigste Veranstaltung im Leben. Sicher ist eine Hochzeit auch etwas Bedeutendes, denn man gibt sich schliesslich das Versprechen, den Rest des Lebens, bzw. zumindest eine unbestimmte Zeit lang zusammen zu leben.
Der andere macht es regelmässig und hat schon eine gewisse Routine im Heiraten. Wenn’s denn Freude macht …
Und es gibt Menschen, die heiraten gar nicht, weil sie vielleicht nicht monogam leben können oder möchten. (Oder sich das erst später überlegen) Aber: es darf doch bitteschön in einem freien Land jeder das machen was er oder sie möchte so lange es keinem anderen schadet.
Wir haben am 20.10.2006 auch geheiratet. Als ganz schlichte Veranstaltung nur mit dem Standesbeamten und unseren Kindern. Ohne Ankündigung und Einladungen von Familie und Freunden, aber mit Zeit für einander. Der eine oder andere ist vieleicht nun beleidigt. „Die Geizhälse wollten sich um die Feier drücken und / oder Freunde und Familie nicht an ihrem Glück teilhaben lassen.“ Nein, das ist nicht der Fall.
In Wirklichkeit sind wir schon viel länger verbunden, dadurch dass wir uns für eine Partnerschaft und Kinder entschlossen haben. Wir sind der Ansicht, dass es für die Entwicklung von Kindern förderlich ist, wenn sie mit mindestens zwei dauerhaften Bezugspersonen zusammen aufwachsen. Wir brauchen keine Institution, die uns sagt, dass wir jetzt zusammen gehören, weil wir es selbst entschieden haben. Was die kirchliche Seite angeht, so danken wir Gott oder wie man „ES“ nennen will, dass wir uns gefunden haben, auch ohne vor einen Altar zu treten.
Wir haben mit unserer amtlichen Hochzeit dem Staat mitgeteilt, dass wir das Lebensmodell gewählt haben, dass er am meisten fördert.
Wir dürfen durch den Akt der Hochzeit nun unsere Zusammengehörigkeit durch einen gemeinsamen Nachnamen zum Ausdruck bringen. Wir dürfen Kinder adoptieren. Wir dürfen weniger Steuern zahlen. Wir sind hinsichtlich der gegenseitigen Erbfolge priviligiert. Was dürfen wir noch, was andere Menschen nicht dürfen? (Natürlich war es auch bewegend offiziell: „Ja ich will !“ zu sagen.)
Jedenfalls dürfen wir unabhängig von allem im nächsten Sommer um den 24. Juni wieder herzhaft Mittsommer feiern. Wer kommen möchte, ist herzlich eingeladen und darf das dann auch als Hochzeitsfeier verstehen. In der Hinsicht haben wir uns noch nie lumpen lassen. Und daran wird der Staat nichts ändern.
Update: Bei der Aufzählung oben darf leider das Thema Zwangsehe nicht fehlen.
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