{"id":944,"date":"2010-05-02T10:37:34","date_gmt":"2010-05-02T08:37:34","guid":{"rendered":"http:\/\/gutes-von-morgen.de\/blog\/?p=944"},"modified":"2010-05-02T10:37:34","modified_gmt":"2010-05-02T08:37:34","slug":"offline-kommuniktion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gutes-von-morgen.de\/blog\/offline-kommuniktion\/2010\/05\/02\/","title":{"rendered":"Offline Kommuniktion"},"content":{"rendered":"<p>Manchmal kann man einen Nutzen gut &#252;ber die Konfrontation mit den Schw&#228;chen des Gegenteils verstehen. In unserem beliebten gallischen Dorf an der Ostsee war neulich auf der B&#252;hne der Dorfoberen ein herrliches Kabarett zu sehen. Besonders interessant zu beobachten war die in einigen Punkten recht kreisf&#246;rmige Diskussion. Verdeutlicht hat diese Vorf&#252;hrung von Offline-Kommunikation die Vorteile der Online-Kommunikation<\/p>\n<p>Eine langweilige rund 4%-ige Preiserh&#246;hung f&#252;r die Ostseecard in der Hauptsaison wurde schnell abgenickt. Es leuchtet nat&#252;rlich auch jedem ein, dass frisches Geld her muss, wenn die Gemeindekasse alle ist. Denn Kosteneinsparungen sind nat&#252;rlich nicht m&#246;glich. Immerhin ist die Idee der Kurtaxe f&#252;r Kinder nach einer Kosten-Nutzen-Analyse (!) wieder vom Tisch gefegt. Lobenswert, dass das auf diesem Weg vom internen Controlling gekl&#228;rt wurde. Die Diskussion, also den Austausch der Argumente und das konkrete Ergebnis oder die Methode der Analyse kann man leider nicht verfolgen, weil die Diskussion dar&#252;ber Offline stattfand. Aber vielleicht getreu nach dem Motto &#8222;<a href=\"http:\/\/gutes-von-morgen.de\/blog\/kurtaxe-rauf-einnahmen-runter-2008-12-09\">Kurtaxe rauf Einnahmen runter<\/a>&#8220; wurde die Abgabenerh&#246;hung letztlich beschlossen.<\/p>\n<p>Die anderen Punkte waren teilweise wichtig, aber die Diskussion recht unspektakul&#228;r. Interessant wurde es wieder als es um das anscheinend pers&#246;nliche Anliegen eines Gemeindevertreters A ging. A ist ein aufgeschlossener Mensch, der auch der Kultur nicht abgeneigt ist, wie er in zahlreichen Kolumnen eines Szenemagazins bereits eindrucksvoll dargestellt hat. Der Nachbar B dieses Gewerbetreibenden betreibt ein Restaurant mit Terrasse. Dieser Gastronom macht die Musik nach Darstellung von A so laut, dass die Kunden des A in den gemieteten Strandm&#246;beln Ohrenschmerzen bekommen. Da die Gesetze und Verordnungen dieses Landes aus Sicht des A nicht ausreichen, regt er an, in die Strandsatzung reinzuschreiben, dass auf den Terrassen der Restaurants keine Musik mehr angemacht werden darf. Bis jetzt ist es noch alles sehr sachlich. Jetzt wird es aber aus Sicht der Kommunikationsanalyse interessant, denn es beginnt eine Debatte zwischen A und dem anwesenden Amtmann C. Darin ging es um Gespr&#228;che, die A mit der &#252;bergeordneten Beh&#246;rde des C gef&#252;hrt haben m&#246;chte. Anlass dieser Gespr&#228;che war, dass C in einem Gespr&#228;ch mit A schon gesagt hatte, dass es bereits Regelungen &#252;ber die Musiklautst&#228;rke auf Restaurant-Terrassen gebe und die von A angeregte Erweiterung der Strandsatzung somit &#252;berfl&#252;ssig sei. C fand wohl doof, dass A ihm von seinem Anruf bei der Kreisverwaltung nichts gesagt habe. A erwiderte daraufhin, dass er die Beh&#246;rde gebeten habe, C &#252;ber das gef&#252;hrte Gespr&#228;ch zu informieren. Wenn die das nicht machen, k&#246;nne er auch nichts daf&#252;r.<\/p>\n<p>Mir ist durch diese st&#228;ndigen Drehungen im Dialog schwindelig geworden und ich musste das Theater vorzeitig verlassen. Wie mir andere G&#228;ste sp&#228;ter mitteilten, haben sich die beiden Akteure bei dieser gekonnt improvisierten Szene offensichtlich so in Rage gespielt, dass ein Eingreifen des Regisseurs notwendig war, um den Zeitplan der Vorstellung einzuhalten.<\/p>\n<p><strong>Online-Kommunikation deutlich im Vorteil<\/strong><\/p>\n<p>Wenn die gleiche Szene oder zumindest die Vorbereitung dieser Realsatire &#252;ber Mailinglisten oder Diskussionsforen ausgetragen worden w&#228;re, h&#228;tte sie vermutlich so in der Form nicht stattgefunden. Wenn aber doch, dass w&#228;re dieses ganze Blah-Blah zumindest nachzulesen gewesen und keiner h&#228;tte dem anderen kommunikative Vers&#228;umnisse vorwerfen k&#246;nnen. Ein deutlicher Nachteil w&#228;re, dass mit der erh&#246;hten Transparenz bei politischen Auseinandersetzungen ein St&#252;ck Lebensqualit&#228;t f&#252;r die Zuschauer der Gemeinderatsversammlungen verloren ginge. Dem Ort ginge ein wichtiges kulturelles Angebot fl&#246;ten. Live vorgef&#252;hrtes Kabarett ist eben doch etwas anderes als das Verfolgen von Online-Debatten.<\/p>\n<p>Diese Art politisches Kabarett gibt es vermutlich in allen kleineren Orten der Republik. Der Eintritt ist in der Regel kostenlos, Getr&#228;nke gibt es zum g&#252;nstigen Preis. Die aktuellen Termine f&#252;r das Ostseeferienland gibt es t&#228;glich aktualisiert auf <a href=\"http:\/\/www.groemitz.eu\">www.groemitz.eu<\/a>. Es lohnen auch l&#228;ngere Anreisen. Die Kurverwaltung soll schon entsprechende Pauschalpakete in Vorbereitung haben: drei &#220;bernachtungen in einer Pension mit Fr&#252;hst&#252;ck, Besuch von zwei Vorstellungen inklusive Transfer und Getr&#228;nken sowie die Ostseecard. Mit der <a href=\"http:\/\/meeresbrise.de\/ostsee\/umgebung\/ostseeferienland\/ostseecard\/\">Ostseecard<\/a> gibt es weitere Verg&#252;nstigungen vor Ort.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Manchmal kann man einen Nutzen gut &#252;ber die Konfrontation mit den Schw&#228;chen des Gegenteils verstehen. In unserem beliebten gallischen Dorf an der Ostsee war neulich auf der B&#252;hne der Dorfoberen ein herrliches Kabarett zu sehen. Besonders interessant zu beobachten war die in einigen Punkten recht kreisf&#246;rmige Diskussion. 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