Archiv für den Autor: Malte Siems

Digitaler Meldeschein

Digitaler MeldescheinIch frage mich schon seit Jahren, wann die Abwicklung der Kurtaxe in der Gegenwart ankommt. Zuletzt habe ich 2018 darüber geschrieben wie so eine Lösung zeitgemäß aussehen könnte.

Der Gast kann sich im Online-Shop des Kurbetriebs eine OstseeCard kaufen. Der Vermieter muss jetzt nur noch laut Satzung sicherstellen, dass der Gast eine OstseeCard hat. [weiterlesen]

Digitaler Meldeschein mit welcmpass.info überzeugend umgesetzt

Es gibt jetzt endlich eine Software (welcmpass.info), die dieses Szenario überzeugend umsetzt: über ein Webinterface kann der Gast systemunabhängig seinen Meldeschein digital ausfüllen. Die Zahlung erfolgt direkt online mit den üblichen Zahlungsmitteln. Somit steht der Gemeinde die Liquidität sofort zur Verfügung. Selbstverständlich kann dieser Ablauf auch, ähnlich wie der Verkauf einer Reiserücktrittskostenversicherung in die digitale Buchungsstrecke integriert werden. In jedem Fall entfällt bei den Gastgebern am Ort die Datenerfassung, der Ausdruck und die Verwaltung der Kurkarten sowie das Inkasso. Durch den durchgängig digitalen Prozess ist kontaktloser Check-in deutlich besser möglich. Die Entkoppelung der Kurtaxe vom Vermieter kann die Kurtaxehrlichkeit auf einfache Weise erhöht werden. Das System kann Übernachtungsgäste und Tagesgäste abwickeln. Hunde können erfasst werden. Das System für den digitalen Meldeschein erkennt, wenn ein Gast die Bedingungen für die Jahreskurabgabe / Flatrate erreicht hat. Die Daten werden direkt vom Gast erfasst. Das entlastet die Vermieter und spart der Gemeinde Geld in der Touristinfo. Außerdem wird die Qualität der Daten als Entscheidungsgrundlage für die Kommunalpolititk steigen. Das sind nur einige der deutlichen Vorteile.

Ich bin in meiner über 20 Jahren langen Selbstständigkeit als Berater für Prozessoptimierung selten schnell begeistert von Software. Für mich ist Software dann sinnvoll, wenn sie Arbeit einspart, Prozesse optimiert und möglichst intuitiv zu bedienen ist. Optimal ist es, wenn der Hersteller die Features aus Anwendersicht entwickelt. Die Entwickler von welcmpass.info strahlen in dieser Hinsicht deutliche Kompetenz und unbürokratische Serviceorientierung aus. Die bereits umgesetzten Features überzeugen. Der Service konzentriert sich auf die wirklich anwenderfreundliche und arbeitsparende Abwicklung der Kurtaxe. Aspekte wie Angebot von Zusatznutzen zur besseren Akzeptanz der Kurabgabe sind ein wertvolles Nebenprodukt und von den Akteuren vor Ort völlig unproblematisch umzusetzen. Mit dieser Verbesserung des Service für den Gast wird Arbeitskraft in der Touristinfo deutlich effizienter eingesetzt als mit der Erfassung, Verwaltung und Abrechnung von Meldescheinen. Mit dem optionalen Ausdruck des Meldescheins für Mitreisende ohne Smartphone z.B. auf EC-Terminals im Handel zeigt sich die echte Innovationsfreude bei der Entwicklung von welcmpass. Und auch das ist erst ein Auszug des Funktionsumfangs, den ich bisher kenne.

Welcmpass.info ist ein echter Gewinn für jeden Tourismusort. Für mich ist diese Lösung für den digitalen Meldeschein ein eindeutiger Anwärter für den Deutschen Tourismuspreis.

Erpressung mit schlechter Bewertung

§ 253 Erpressung

(1) Wer einen Menschen rechtswidrig mit Gewalt oder durch Drohung mit einem empfindlichen Übel zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigt und dadurch dem Vermögen des Genötigten oder eines anderen Nachteil zufügt, um sich oder einen Dritten zu Unrecht zu bereichern, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Rechtswidrig ist die Tat, wenn die Anwendung der Gewalt oder die Androhung des Übels zu dem angestrebten Zweck als verwerflich anzusehen ist.

(3) Der Versuch ist strafbar.

[…]

Hier ein schöner Fall von Erpressung von Geld gegen das Unterlassen der Abgabe einer schlechten Bewertung. Ich bin der Ansicht, dass es sich hier um eine lehrbuchmäßige Erpressung im Sinne des §253 StGB handelt.

„Ich habe vom xx.6.2019 bis xx.6.2019 ein Doppelzimmer bei Ihnen gebucht und 88 EURO zzgl. Gebühren über Airbnb bezahlt. Am xx.6.2019 (Tag der geplanten Anreise) habe ich Ihnen um 9:57 Uhr mitgeteilt, dass wir das Zimmer wegen schlechter Wettervorhersage nicht nutzen werden. Eine Stornierung war gemäß der Vertragsbedingungen nicht mehr möglich. Sie haben mir Kulanz zugesichert.

Vereinbart haben wir, dass ich das Zimmer ohne weitere Kosten auf den xx.6. bis xx.6.2019 (eine Woche später) umbuchen kann. Am xx.6.2019 habe ich Ihnen mitgeteilt, dass uns der Alternativzeitraum wegen einer Wohnungsbesichtigung nicht passt und wir stattdessen Anfang September kommen möchten. Sie haben mir zugesagt, dass das möglich sei. Vereinbart haben wir, dass ich mich am 2.9.2019 bei Ihnen melde um abzustimmen, ob es freie Kapazitäten in dem Zimmer gibt.

Am 3.9.2019 habe ich Ihnen mitgeteilt, dass wir wegen schlechter Wettervorhersage nicht anreisen werden und versprochen mich „in zwei Wochen“ zu melden. Am 13. April 2020 schrieb ich Ihnen, dass wir hoffen, den Aufenthalt im Sommer nachholen zu können. Am 2.7.2020 haben wir telefoniert und besprochen, dass wir vom 31.7. bis 2.8.2020 kommen möchten und eventuell noch ein zweites Zimmer dazubuchen möchten. Am 2.7.2020 habe ich Ihnen geschrieben, dass wir das zweite Zimmer nicht dazubuchen werden.

Sie haben mir angeboten, uns das Zimmer im September 2020 (vergleichbare Saisionzeit zu Juni) für zwei Nächte kostenlos zur Verfügung zu stellen oder einen Teil des gezahlten Preises (40 EURO) auf einen Aufenthalt im Juli (Hochsaison) anzurechnen. Damit bin ich nicht einverstanden.

Bitte überweisen Sie 50 EURO auf mein Konto DExxxxxxxxxxxxxxxxxxxx bei der xxxxxbank. Sollte das Geld nicht bis zum 10.7.2020 bei mir eingegangen sein, werde ich den Vorfall an Airbnb melden und im Internet eine entsprechende Bewertung abgeben. Bei fristgerechter Zahlung versichere ich Ihnen, dass ich keine schlechte Bewertung abgeben werde und Airbnb nicht benachrichtige.“

Künstler und Corona

Wo sind die Schauspieler, Musiker und andere Kulturschaffende, die über den Sommer nicht auftreten dürfen? Ich brauche auf meinem Hostelhof an der #Ostsee ab sofort Unterstützung. Es geht hauptsächlich um das Herrichten der Unterkünfte für neu anreisende Gäste. Putzen gehört auch dazu. Arbeitszeit ist vor allem zwischen 9 und 16 Uhr. Wir haben Tiny Houses, Zimmer und Ferienwohnungen. Du bist während der Zusammenarbeit Teil unserer Familien-WG. Ich wünsche mir einen Menschen, die oder der Verantwortung übernehmen möchte und mit der oder dem ich auf Augenhöhe zusammenarbeiten kann. Eine Hilfskraft wäre nicht die erste Wahl. PKW-Führerschein wäre gut. Freude an Sauberkeit und die Fähigkeit zu strukturiertem Arbeiten ist die einzige entscheidende Voraussetzung. Kommunikation ist auf Deutsch, Englisch und mit etwas Übung auch auf Französisch und Spanisch möglich. *Arbeiten* ist besser als *Abwarten*. Danke für Deine Bewerbung und danke fürs Teilen!

Gesundheit oder die Behandlung von Krankheiten

Dieser Text bezieht sich nicht auf die aktuelle (gesundheits)politische Situation sondern ist grundsätzlich zu verstehen. Das Thema beschäftigt mich schon länger im Zusammenhang mit dem Komplex (Un)abhängigkeit.

„Wenn meine Krankheiten behandelt werden, bin ich gesund. Wo ist das Problem?“

So ist der Zeitgeist. Bei den ersten Anzeichen einer Krankheit gehen wir zum Arzt. Ich verbringe den Sommer seit Jahren als Gastgeber mit Urlaubern. Gefühlt oft höre ich von Feriengästen, auch mal Samstagabend: „Mein Kind hat Fieber, wir müssen sofort zum Arzt. Wo gibt es hier einen Kinderarzt?“.

Mir liegt eher eine andere Philosophie. Gesund bin ich dann, wenn ich keine Krankheiten habe, die behandelt werden müssen. Leichtes Fieber bei Kindern halte ich nicht für eine Krankheit, die behandelt werden muss. Mit der Ansicht bin ich weder allein auf der Welt noch bin ich bisher in meinem eigenen Leben schlecht damit gefahren. Es sollte also alles getan werden, damit ein Organismus ein starkes Immunsystem ausbilden kann. Dazu gehört nach meiner Ansicht auch das Zulassen von Infekten. Der gesellschaftliche Druck dagegen ist nicht immer leicht auszuhalten, lohnt sich aber. Meine These ist, dass ein Kind, das nie im Dreck spielen darf, kein starkes Immunsystem bilden kann. Natürlich gehört Händewaschen mit Seife und allgemeine Hygiene dazu. Wenn ich Kontakt zu Tieren hatte, wasche ich meine Hände. Ich bin aber nicht allein mit der Ansicht, dass Putzen mit Desinfektionsmitteln nicht zu mehr Gesundheit führt sondern eher der Krankheitsbehandlungsbranche in die Hände spielt.

Die allgemeine Tendenz zu mehr Abhängigkeit und weniger Selbstverantwortung ist schwer zu übersehen. Darum geht es in diesem Text. Die Verbreitung von Angst scheint ein beliebtes Werkzeug zu sein. Wir sollen Angst davor haben Fehler zu machen, Angst davor uns mit unterschiedlichen Ansichten auseinanderzusetzen, Angst vor dem Tod, Angst vor Terror, Angst davor krank zu werden, Angst vor der Schweinepest, Angst vor Masern, Angst vor der Vogelgrippe und nicht zuletzt Angst vor Covid-19, -20, -21 … Bei Schafen gab es mal die Blauzungenkrankheit, vor der ich als Schafhalter auch Angst haben sollte. Und nicht zuletzt „müssen“ Schafe so wie Pferde, Hunde, Katzen und alle anderen Haustiere regelmäßig chemisch entwurmt werden. Das führt leider nicht dazu, dass diese Tiere gesünder sind. Zumindest gilt das dann nicht, wenn man Gesundheit definiert in der Art von der Fähigkeit eines Organismus Angriffe abzuwehren. Dafür gibt es tatsächlich auch Methoden, die sind nur nicht so gut im Sinne der Kundenbindung und werden deshalb nicht so gerne verkauft.

Das Arbeiten an Unselbständigkeit beobachte ich nicht nur im Gesundheitsbereich. Das Hinführen zu mehr Abhängigkeit scheint politische Devise in vielen Bereichen zu sein. Im Gesundheitsbereich scheint es mehr um die Behandlung von Krankheiten zu gehen als um Gesundheit nach meiner Definition. Die Gesundheitsministerien treten vor allem als Krankheitsbehandlungsministerien auf. Als Kaufmann habe ich volles Verständnis dafür, dass die Krankheitsbehandlungsindustrie hart daran arbeitet, ihre Produkte zu verkaufen. Dabei suchen sie wie andere Branchen auch in der Politik Verbündete oder setzen ihre eigenen Leute dort ein. Da unterscheidet sich die Medizinbranche nicht vom Bankensektor, der Landwirtschaft, der Autoindustrie oder der Energiewirtschaft. Verständnis muss aber nicht bedeuten, dass ich das gut finde.

Ich möchte die Freiheit haben Verantwortung für mich und meine Familie zu übernehmen. Ich war und bin bereit dafür im Sinne einer Investitionsentscheidung auch Risiken einzugehen. Ich wünsche mir Politiker, die für mehr Eigenverantwortung der Menschen eintreten anstatt sie zu entmündigen und regierbar zu machen. Politik sollte weniger bevormunden und stark auftreten gegen die Einflüsse von interessengesteuerten Organisationen. Ich wünsche mir auch Medien, die mehr hinterfragen als PR zu betreiben. Wünsche kann man haben und man sollte sich beim Wünschen auch ein gewisses Maß an Naivität bewahren. In meinem Weblog-Archiv blätternd muss ich leider feststellen, dass ich mir das mindestens auch schon 2005 und 2016 gewünscht habe. Vielleicht passiert nochmal was in der Richtung. Es gibt keine sinnvolle Alternative zum Optimismus. Wir können handeln oder werden gehandelt.

In Würde sterben

Endlich sagt es mal jemand …

„Für mich ist es wichtiger, in Würde zu sterben als möglichst lange physisch zu leben“, sagte der Jesuit Klaus Mertes im Dlf-Interview. Quelle

Wir haben in unserer Gesellschaft ein merkwürdiges Verhältnis zu Krankheit und erst recht zum Tod. Medizin ist ein Riesengeschäft. Deshalb kommt im Mainstream die Behandlung von Krankheiten ganz klar vor der Stärkung des Immunsystems. Genau genommen ist der Begriff „Gesundheitsministerium“ irreführend. Passender wäre die Bezeichnung „Krankheitsbehandlungsministerium“ oder etwas griffiger „Impfministerium“. In Zeiten von gelebtem Neusprech wird es zu einer Umbenennung vermutlich nicht kommen. Wegen der Gefährdung von Arbeitsplätzen in der Pharmabranche wird sich auch sonst nichts ändern.

Ist das wirklich eine Katrastophe?

Eine Influenza-Epidemie ist offenbar nicht mehr etwas, das die Medizin zusammen mit den Kräften der Natur bewältigt und dabei ein vertretbares Mass an Todesfällen in Kauf nimmt. Influenza ist ein katastrophenartiges Ereignis geworden, das unter Aufgabe demokratischer Grundrechte und mit medizinisch-militärischen Mitteln bekämpft werden muss.

Quelle: https://www.rubikon.news/artikel/der-ewige-ausnahmezustand

Prost Corona

Bildquelle: Pixabay.de

Trinken wir mit einem großen Schluck Corona Extra auf

  • mehr Staat und weniger Individualität
  • mehr Überwachung und weniger Eigenverantwortung
  • mehr alternativlose Entscheidungen und weniger inhaltliche Debatte
  • mehr medizinische Behandlung mit Chemie und weniger Stärkung des Immunsystems
  • mehr Zentralismus und weniger lokale Verantwortung

Ich weiß noch nicht genau wie ich meinen Enkelkindern erklären werden soll, warum wir dagegen nichts getan haben.

Coronapanik?

Der traut sich was, der Ex-Gesundheitsamtsleiter Dr. Wolfgang Wodarg. Er spricht von Coronapanik und behauptet, dass es ein könnte, dass die ganze Sache auf einem Messfehler basieren könnte. Da kann es sich nur um Fake-News handeln.

Ich glaube nur das, was die Regierung sagt. Wenn die die Gesellschaft stilllegen und die Wirtschaft plattmachen, dann wird das einen Grund haben. Und da mach ich mit. Einreiseverbot in Schleswig-Holstein? Kein Ding. Was soll ich auch mit der Kohle von den Touristen. Dahme den Dahmern! Und ich hab schließlich keine Kosten. Der Bank ist egal, ob ich meine Raten zahle. Und der Minister hat gesagt, es steht unbegrenzt Geld zur Verfügung. Ich hab da schon mal angerufen gestern. Herr Scholz war nicht da, seine Mitarbeiterin hat aber versprochen, dass er anruft oder gleich mal vorbeikommt mit ’nem Koffer voll Geld. Das wird dann wohl die nächsten Tage sein. Ich hab schon mal Kuchen gebacken.

Update: noch einer aus Schleswig-Holstein ist Dr. med. Klaus Köhnlein

Corona und Bargeld

zahlen Sie bitte nach Möglichkeit mit EC Karte, damit für unsere Kassierer*innen und Sie selbst der Kontakt über das Bargeld vermieden wird

Auf die Ansage „wegen Corona kein Bargeld benutzen“ habe ich eigentlich auch schon von Regierungsseite gewartet. Vermutlich kommt das noch nach Schließung aller Geschäfte und Reiseverbot. Bargeld sei gemäß der Agitation der Bargeldgegner unhygienisch, übertrage Krankheiten und werde nur von Schwarzarbeitern und Drogendealern benötigt.

Wovon wenige reden: wenn wir kein Bargeld mehr haben, wird der vorhandene Geldüberschuss ganz einfach mit Negativzinsen gelöst. Und jeder der aufmuckt, bekommt das Konto gesperrt. Ich kann dazu immer noch den Film „Staatsfeind Nr. 1“ von 1998 empfehlen. Der hat seinen Bezug zur Gegenwart so wenig verloren wie 1984 von George Orwell aus dem Jahr 1949.

Erstaunlicherweise schreibt sparkasse.de: „[…] Geldscheine gelten nicht als Übertragungsweg. Es gibt keinerlei Belege dafür, dass das Coronavirus durch Banknoten oder Münzen übertragen wird. Für den Bürger empfiehlt die Bundesbank im Umgang mit Banknoten und Münzen die gleichen Maßnahmen bezüglich der Handhygiene wie bei allen anderen Gegenständen des alltäglichen Gebrauchs auch. […]“