11. Nov. 2011
von Helge Siems in Kategorie Unabhängigkeit
Es geht beim Fasten nicht um die Gewichtsabnahme. Man verliert zwar während des Fastens ein paar Kilo. Diese sind aber schnell wieder da. Wer nur abnehmen möchte braucht also nicht zu fasten.
Ein besseres Motiv für das Fasten ist die Erkenntnis, dass es auch “ohne” geht. Nicht zu essen, ist erst einmal ungewohnt. Letztlich ist es aber ganz einfach und erhöht die Unabhängigkeit immens.
“Wer fastet hungert nicht” ist wichtig zu wissen für alle die zweifeln. Damit das so ist, gehört zum Fasten mehr als einfach mit dem Essen aufzuhören. Richtig Fasten muss man also lernen.
Eine andere Antwort auf die Frage “Was bringt Fasten” kann sein: “Durch das Fasten resette ich meinen Körper.” Möglicherweise lästige Angewohnheiten wie z.B. Rauchen, Alkohol, Süßigkeiten, Fleisch rücken nach dem Fasten leichter in den Hintergrund.
Es gibt auch die verbreitete Auffassung, dass das Immunsystem durch die intensive Reinigung des Darms die Möglichkeit habe sich neu “zu starten”. Dadurch hätten Zivilisationskrankheiten wie Erkältungen weniger Angriffsmöglichkeiten.
Weitere Motive für das Fasten sind Entschlackung des Bindegewebes und der Gelenke. Durch Fasten soll man seinen Blutdruck senken können und Auswirkungen von Arthrose mildern können. Fasten soll den PH-Wert des Blutes senken und dadurch Probleme durch Übersäuerung des Körpers mildern oder diese vorbeugen. Diesen Motiven widersprechen aber auch einige Mediziner. Wer zweifelt und nicht weiß, ob er fasten darf oder soll, fragt also am besten seinen Arzt oder Apotheker.
Hier noch ein Video von Udo Vetter, der es wieder schafft eine Stunde sehr interessant über rechtliches rund um das Internet zu referieren. Dieses Mal geht es um “Spielregeln für den zweiten Lebensraum”.
19. Okt. 2011
von Helge Siems in Kategorie Unabhängigkeit
Ich lebe gerne in Deutschland, weil ich hier im Vergleich zu anderen Ländern ein hohes Maß an Rechtssicherheit habe. Ich muss niemanden bestechen, um mein Recht zu bekommen sondern nur einfach zum Gericht gehen und die Frage klären lassen. Hier bei uns werden die Grundrechte nicht mit Füßen getreten, dachte ich immer.
Das schlimmste an Boulevardpresse ist die extreme Vorverurteilung, die in vielen Zeitungen und dergleichen an der Tagesordnung ist. Das ist m.E. auch das größte Problem in Diskussionsforen oder “Debatten” bei Facebook. Ich möchte mich da auf keinen Fall einreihen und behaupten, dass die ganze Sache mit dem Bundestrojaner so ist wie es im Moment scheint. Trotzdem ist es schon erstaunlich, dass behauptet wird, dass Behörden gegen Grundrechte verstoßen und Dinge tun, die sie nach höchstrichterlichen Entscheidungen nicht tun dürften. Jetzt wird davon gesprochen, dass die Behörden, die die Software eingesetzt haben, nicht wussten, was die Software alles kann. Wenn das der Wahrheit entsprechen sollte (was kaum zu glauben ist), wäre das ein ganz schönes Armutszeugnis für die Behörden.
“Ich habe nichts zu verbergen, die können also ruhig meinen Rechner durchsuchen.” Um das Durchsuchen geht es gar nicht. Wenn es aber tatsächlich stimmt, dass die Software Dateien auf einen Rechner laden kann und sich dann hinterher selbst vernichtet, finde ich das mehr als beunruhigend. Welchem lauteren Zweck soll diese Funktionalität dienen, wenn Sie denn tatsächlich in dem Bundestrojaner drin war / ist?
10. Aug. 2011
von Helge Siems in Kategorie Unabhängigkeit
“Der Sinn und Zweck eines Computers ist es, Daten zu manipulieren. Nimmt man ihm diese Fähigkeit, ist es kein Computer mehr. Das wäre so, als würde man einem Flugzeug die Fähigkeit nehmen, zu fliegen. Es wäre dann kein Flugzeug mehr!”
Das Zitat stammt aus dem Roman “Ein König für Deutschland“. In dem sehr lesenswerten Buch geht es um die Manipulation von Wahlen durch die Manipulation von Wahlcomputern. Interessant an dem Roman ist der enge Realitätsbezug, der durch diverse Quellenangaben dokumentiert wird.
Angeblich (also nach Ansicht der Hersteller und der entsprechend verlinkten Politiker) vereinfachen elektronische Wahlen die Auszählung und sind weniger fehleranfällig als manuell ausgezählte Wahlen. Der Roman aus dem Jahr stellt die Frage, warum im Roman wie in der Realität gerade die, die extrem viel von Computern verstehen gegen den Einsatz solcher Wahlmaschinen sind.
Ein König für Deutschland ist vor allem für alle gedacht, die nicht glauben, dass Manipulation von Wahlen stattfindet und die Prozesse durch den Einsatz von Wahlmaschinen verbessert werden können. In der Realität arbeitet vor allem der Chaos Computer Club mit seiner Kampagne gegen Wahlmaschinen dafür, dass Stimmzettel aus Papier beibehalten werden.
6. Jun. 2011
von Helge Siems in Kategorie Unabhängigkeit
Lexware scheidet bei mir als FIBU-Software aus verschiedenen Gründen aus. Ich mache deshalb (und aus Bequemlichkeit …) seit über 10 Jahren meine Finanzbuchhaltung und Umsatzsteuer-Voranmeldungen manuell. Jetzt ist es zu Ende mit der Bequemlichkeit, auch, weil ich das Gefühl habe, dass mein Weg zwar machbar aber auch recht umständlich ist.
Auf der Suche nach einer Software, mit der ich Online-Banking, Finanzbuchhaltung und Auswertungen wie Umsatzsteuer-Voranmeldung machen kann, bin ich über GNUcash (das 1. nicht von Haus aus mit Umsatzsteuer umgehen kann und 2. einfach mal den Dienst quittiert hat) bei synTAX in Verbindung mit Hibiscus gelandet. Beide Anwendungen sind Plugins für Jameica. Jameica ist eine Laufzeit-Umgebung für Java-Anwendungen.
Das Projekt scheint eine One-Man-Show von Olaf Willuhn zu sein, der macht das aber schon seit einigen Jahren und entwickelt regelmäßig neue Features. Alle Anwendungen sind freie Software nach der GPL, Version 2.
31. Mrz. 2011
von Helge Siems in Kategorie Unabhängigkeit
Fleisch kommt aus der Kuehltruhe, Strom kommt aus der Steckdose, jeder spricht vom Energiesparen, muss aber 25 Grad in der Wohnung haben, mit dem Auto zum Bäcker fahren und Geräte, die keinen Strom brauchen, können nichts taugen. Es ist nichts neues, dass WIR Menschen zu Inkonsequenz neigen, wo es nur geht.
Lehrer an einer holsteinischen Gesamtschule haben versucht, die bekannte umgekehrte Versorgungskette vom Braten zur Kühltruhe etwas zu erweitern und ein lebendiges Tier mit ins Spiel gebracht. In der Projektwoche zum Thema Steinzeit wurde neben dem Bau eines Tipis aus vorher gemeinsam gesammeltem Wildholz auch ein Kaninchen geschlachtet.
Das Ergebnis der Aktion: Schleswig-Holstein scheint heute kurz vor dem Bürgerkrieg zu stehen, weil die Lehrer so grausam sind. Der Landeselternbeirat für Gemeinschaftsschulen nannte die Ratekauer Aktion pervers. Auch der Kinderschutzbund Schleswig-Holstein protestierte: „Wir leben in einer Zeit, in der wir nicht mehr wissen, wie unser Fleisch auf den Teller kommt.“ Immerhin die Vorsitzende des Schulelternbeirates findet gut, dass Kinder lernen, dass Essen nicht aus der Kühltruhe und den Regalen komme. (ziert nach LN-Online)
Gegen was wird eigentlich protestiert? Gegen den Fleischkonsum wohl kaum. Es wirkt eher so aus würde dafür protestiert, dass Tierhaltung bitteschön anonym abzulaufen habe und das Schlachten (natürlich nach den gesetzlichen Vorschriften) aber am besten von rumänischen Hilfsarbeitern zu erfolgen habe.
Nur zur Sicherheit: ich esse wenig Fleisch, bin nahezu fast Vegetarier. Fleisch ist etwas besonderes und gehört auf keinen Fall zu jeder Mahlzeit. Aber: ich esse lieber ein Tier, das vorher bei mir auf der Wiese gestanden hat als ein anonymes Tier aus einem Industriestall.
11. Mrz. 2011
von Helge Siems in Kategorie sonstwas
Rio Reiser: Der Kampf ums Paradies läuft in den Lübecker Kammerspielen seit 2009. Das erste Mal wurde die Story 2001 im Kreuzberger BKA auf die Bühne gebracht.
Ein herrliches Stück Theater: politische Dokumentation mit biografischem Einfluss eines großen Musikers und Rocktheater vom Feinstern. Die Inszenierung in Lübeck wird grandios ausschließlich mit Stammpersonal des Theaters umgesetzt. Bei der Stimme von Andreas Hutzel denkt man, dass der originale Rio Reiser auf der Bühne steht. Und auch der Rest der Besetzung ist erstklassig bis auf eine Rolle, die in meinen Augen überflüssig ist. Vielleicht wäre die Story auch schon zur Pause nach etwa zwei Stunden komplett erzählt gewesen. Andererseits wäre dann das grandiose Finale ausgefallen.
Wie auch immer: es lohnt sich nach Lübeck zu fahren, wenn man sich entweder für die Musik oder die Biografie Rio Reisers interessiert oder ein gutes Rocktheater sehen möchte oder einen möglicherweise weiteren Teil der Zerrissenheit der linksextremen Szene in den 1970er Jahren vor Augen haben möchte. Ich würde nochmal hingehen!
5. Mrz. 2011
von Helge Siems in Kategorie sonstwas
Es gibt offensichtlich immer noch Menschen, die Outlook benutzen. Spätestens beim Umstieg auf Linux hat es sich dann erledigt damit.
Heute stand ich vor der Aufgabe die Mails aus Outlook in ein lesbares Format für Thunderbird zu konvertieren. Die Windows-Installation war schon platt gemacht. Nur die outlook.pst mit den emails war gesichert.
Es gibt ein Thunderbird PST Import plugin, das war mir etwas suspekt, weil es kein offizielles Plugin ist. Nach längerem Suchen bin ich dann auf die eigentlich sehr einfache Lösung gestossen:
Unter Ubuntu gibt es eine Anwendung mit dem Namen “readpst”. Diese einfach über das Software-Center installieren. Dann ein Terminal-Fenster öffnen, in das Verzeichnis mit der outlook.pst wechseln und in der Kommandozeile eingeben:
readpst -w outlook.pst
Nun wird die .pst in eine mbox-Datei konvertiert. Diese in das Arbeitsverzeichnis von Thunderbird (siehe Bearbeiten->Kontoeinstellungen->Lokale Ordner) kopieren und schon können die emails aus Outlook mit Thunderbird bearbeitet werden.
18. Feb. 2011
von Helge Siems in Kategorie sonstwas
Endlich kommt mein Lieblingsthema “richtiges Zitieren” mal in die Öffentlichkeit. Beim Schreiben von wissenschaftlichen Arbeiten (in Deutschland) gehört das Zitieren dazu wie der Toner zum Drucker. Bei der wissenschaftlichen Arbeit kann es darum gehen, verschiedene Quellen miteinander zu vergleichen. Das ist das Niveau einer Diplomarbeit, bei der ggf. ein paar einfache Experimente in der Regel unspektakuläre neue Erkenntnisse liefern aber die Auswertung von anderen Quellen im Vordergrund steht. Eine Dissertation / Doktorarbeit sollte darüber hinaus neue Erkenntnisse liefern. Deshalb ist der Titel Dr. auch höherwertig als Dipl. oder M.A. oder B.A.
Richtiges Zitieren ist aber nicht nur in der Wissenschaft sinnvoll, fair und regelkonform. Ein Teil der Vorschriften für richtiges Zitieren in wissenschaftlichen Arbeiten gelten auch im Internet. Geistiges Eigentum ist in Deutschland durch das Urhebergesetz geschützt. Der Urheber kann bestimmen, was mit seinem Werk (z.B. Text, Foto, Film) passieren darf. Was viele bei der Einfachheit von copy and paste vergessen (oder nicht wissen): wenn der Urheber sich nicht äußert, ist sein Werk geschützt und darf nicht weiterverarbeitet / kopiert / an anderer Stelle veröffentlicht werden. Die Zulässigkeit von Zitaten in bestimten Fällen und unter bestimmten Voraussetzungen ist im Urhebergesetz §51 geregelt.
Auch im Urheberrecht geregelt ist die Mögilchkeit anderen Nutzungsrechte für ein Werk einzuräumen. In der Praxis wird das mit Lizenzen gemacht. Für die (freie) Weitergabe, Vervielfältigung oder Bearbeitung eines Werkes durch andere sind zum Beispiel Creative-Commons-Linzenzen geeignet. Da kann es zum Beispiel um das freie Weiterentwickeln eines Werkes (wie Text oder Software) gehen, wobei die Urheber der einzelnen Entwicklungsstufen in allen späteren Bearbeitungen genannt und verlinkt werden. Das ist einer der Grundgedanken von Open Source bzw. Open Content, die riesige Chancen bieten. Das hat sich schon im rapiden Wachstum den Internet gezeigt, das zum größten Teil auf Open Source basiert.
Wer fremde Texte, Bilder, Videos oder Audios kopiert und sich dabei nicht an die Zitier-Vorschriften hält, verstösst gegen das Urherberrecht. Das gilt zum Beispiel für das Kopieren von Texten ohne Absprache mit dem Urheber im Internet, lieber Jürgen S. ;) In wissenschaftlichen Arbeiten kommt in der Regel noch ein Verstoss gegen die Studienordnung der jeweiligen Hochschule dazu.
Es wird aber auch darüber diskutiert, neben dem ehrenhalber verliehenen Dr. h.c. den Dr. cop. pas. einzuführen. Vielleicht hilft die aktuelle Debatte auch dabei, insgesamt ein bisschen weniger Respekt vor Titeln als vor dem dahinter stehenden Menschen und seinen sonstigen Leistungen zu haben. Hoffentlich …
9. Jan. 2011
von Helge Siems in Kategorie sonstwas
Neulich wurde ich auf einen Film über das Jahr 2000 aus den 1960er und 1970er Jahren aufmerksam gemacht. Retrofuture ist mehr als unterhaltsam. Neben den unten verlinkten Science-Fiction-Dokumentationen aus dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen gibt es auch neben 1984 noch andere beeindruckende Filme wie zum Beispiel Soylent Green.
Besonders interessant finde ich, die Filme mit dem Blick von heute zu sehen und versuchen, die damaligen Ängste und auch Hoffnungen an die Zukunft auf heute zu adaptieren. Wie sehen wir unsere heutigen Zukunftsvisionen in 30 Jahren? Ich bin gespannt wie man in 30 Jahren von unseren heutigen Vorstellungen vom Top-Thema Nr. 1, dem Klimawandel denken wird.
1984 war von der Angst vor der totalen Überwachung geprägt. Heute machen wir bei Facebook völlig freiwillig mit. Ich nehme mich da nicht aus. Facebook ist unheimlich praktisch und verlockend. Der gut drei Jahre alte Text “Was weiss wer über wen” gibt vielleicht eine Idee, wohin die Reise gehen sollte. Heute sind wir schon etwas weiter. Es scheint, dass vieles eine Frage der Zeit ist, bis wir uns dran gewöhnen und die Angst vergessen. Vielleicht auch dort wo sie eigentlich notwendig wäre.
Aktuell finde ich die Gläubigkeit an digitale Beweisführung sehr interessant. Wie leicht ist es jemanden zumindest eine Zeit lang von der Bildfläche verschwinden zu lassen, indem man ihm oder ihr irgendwelche Bilder auf den Rechner packt. Und selbst wenn es hinterher einen Freispruch geben sollte, ist der Ruf hinüber.
Immerhin geht zumindest durch die Zeitungen ein Aufschrei, wenn in Ungarn die Pressefreiheit ad acta gelegt wird. So sieht es im Rest der Welt mit der Pressefreiheit aus.
Lebt als freier Mensch an der Ostsee in Schleswig-Holstein. Nutzt das Internet zum Recherchieren, Einkaufen, Verkaufen und Kommunizieren. Baut Webseiten, die gefunden werden und Arbeit sparen. Freut sich des zunehmenden Trends zum Ostseeurlaub und ist gerne Gastgeber.