20. Nov. 2007
von Helge Siems in Kategorie Internet
Als ich theoretische Grundlagen des Rechts gelernt habe, kam das Kuerzel GMV in nahezu jeder Vorlesung vor. Wer den Grundsatz GMV in einer Klausur erwaehnt hat, konnte sich der Gunst des Korrektors fast sicher sein. Leider haben nicht alle, die sich zudem leider professionell mit Internetrecht in der Rechtssprechung auseinander setzen, die gleichen Ansichten. Vielleicht ist der Haken auch in der Gesetzgebung zu suchen. Da koennte sich aber auch die Katze in den Schwanz beissen.
GMV steht fuer Gesunden Menschenverstand und an dem scheint es meiner Meinung nach zu fehlen, wenn es darum geht, dass ein Wertersatz beim Fernansatz nicht durchgesetzt werden kann, wenn die Belehrung ueber die Widerrufsfolgen erst nach Vertragsabschluss erfolgt. Das ist nach herrschender Meinung zum Beispiel bei ebay der Fall.
Wertersatz bedeutet, dass der Kunde, der etwas kauft und benutzt und die Sache dann innerhalb der Widerrufsfrist von vier Wochen zuerueckschickt, einen Wertersatz fuer die Benutzung zu leisten hat, wenn das mit dem Verkaeufer vorher vereinbart wurde. Nach Beachtung des GMV waere nicht einmal der letzte Teilsatz dafuer erforderlich, dass ein Wertersatz zu leisten ist. Das ist jedenfalls meine nicht massgebliche Meinung.
Mehr Hintergrundinformationen zur neuen Muster-Widerrufsbelehrung und eine Protestaktion dagegen.
20. Nov. 2007
von Helge Siems in Kategorie Garten Paris
Da liegen sie jetzt vor mir, die 12 Schnecken, die ich laut Anleitung ein paar Minuten im Backofen warm gemacht habe. Was mache ich jetzt damit? Wie geht das: Schnecken richtig essen?
Nein, der erste Gedanke, das Schneckenhaus aufknacken, ist nicht der richtige. Zum Schnecken richtig essen gibt es ein Spezialwerkzeug, mit dem man das Tier aus seiner Behausung frimelt. Vielleicht tut es auch ein Zahnstocher.
Aus Ermangelung von beidem tat es bei mir auch eine schnoede Gabel. Es war etwas Gefummel und dann war sie draussen. So ein Mist … Nun also mal kurz nicht an die Nacktschnecken im Garten gedacht, die sich von Aas ernaehren. Ich denke ja auch nicht an die Bilder von Massentierhaltung, wenn ich ein Schnitzel esse. Eine Schnecke besteht schliesslich aus einem schicken Muskel. Also rein damit in den Mund.
Die Konsistenz war o.k, der Geschmack ist von Knoblauchbutter dominiert. Vom kulinarischen Erlebnis erinnert mich das ganze an Muscheln. Muss ich nicht noch einmal essen. Vielen Dank fuer die Erfahrung.
19. Nov. 2007
von Helge Siems in Kategorie sonstwas
Wo ich mir neulich gerade oeffentlich ueber Aromastoffe Gedanken machte … Hier etwas dazu passendes: Wie kann es eigentlich sein, dass es im Leistungssport verboten ist, leistungssteigernde Mittel einzunehmen und in der Lebensmittelindustrie ist es an der Tagesordnung? Dies ist kein Zitat aber sinngemaess wird diese sinnvolle Frage in “Vom Glueck Franzose zu sein” gestellt.
18. Nov. 2007
von Helge Siems in Kategorie Paris
Wenn eine Ausstellung in Frankreich “Die schwarzen Jahre Deutschlands” heisst, klingt das fuer mich im ersten Moment nach “wie fuetter ich das Klischee vom boesen Deutschen”. Hinter der Ausstellung verbergen sich beeindruckende und bedrueckende Zeichnungen, Gouachen, Lithografien und Aquarelle aus dem ersten Weltkrieg und der Weimarer Republik von Otto Dix, George Grosz, Ludwig Meidner und Max Beckmann. Ein Besuch der Ausstellung lohnt, mit dem Titel koennte vielleicht auch gemeint sein, dass es sich bei den meisten der ueber 240 Exponate um Bleistiftzeichnungen handelt. Die schwarzen Jahre Deutschlands ist im www.museemaillol.com noch bis zum 4. Februqr zu sehen.
18. Nov. 2007
von Helge Siems in Kategorie Paris
Mit Holz im Bad fuehlt man sich vielleicht ein bisschen wie auf einem Schiff. Ich hatte zwar noch nie eine Dusche aus Holz. Aber immerhin habe ich heute eine gesehen. Ich muss sagen, die Idee find ich ziemlich sympatisch verglichen mit der Alternative Duschwanne.

18. Nov. 2007
von Helge Siems in Kategorie Paris
Nette Gegend, Paris-Neuilly. Wo das Chateau ist habe ich noch nicht entdeckt, aber die gewoehnlichen Haeuser sind auch nicht schlecht. Tischler koennten sich hier bei den einfach verglasten Fenstern selbst in den Luxuswohnungen noch die eine oder andere goldene Nase verdienen. Ich hqbe gehoert, die Pariser kommen auch langsam dahinter, dass die Energiekosten ganz schoen steigen …
Wenn die Leute von der Metro nicht streiken wuerden, waeren wir hier auch frueher angekommen. Mit dem Thalys reist man von Koeln bis zum Gare du Nord in Paris schon ziemlich komfortabel und schnell. Nur Essen sollte man sich mitnehmen. ;)
Die Ferienwohnung in der Rue de Chateau ist sehr schick. Uns wurde auf keinen Fall zu viel versprochen. Billig ist die Wohnung nicht, aber billig scheint hier in der Stadt nichts zu sein. Insofern ist der Preis im Anbetracht von Groesse, Zustand und Lage de Wohnung aboslut angemessen.
Die Eigentuemerin wohnt in New York, ist aber trotz der Distanz aeusserst engagiert und gastfreundlich. Es gab vorher sehr angenehmen email-Kontakt und mehrere Telefonate. Dabei sind detektivische Hoechleistungen erbracht worden, um unsere Telefonnummer nach der Abreise herauszubekommen. Wir wurden hier in der Wohnung von ihrer Haushaelterin empfangen, die uns alles sehr zuvorkommend gezeigt hat. Wir haben uns also gefuehlt als wuerden wir Urlaub bei uns machen.
In der Wohnung stehen einige Rechner rum. Die Internet-Verbindung ist angenehm schnell. Alle Dienste funktionieren. Auf dem aktuellen und schnellen Rechner laeuft XP professional.
Geheizt ist die Wohnung auch vielleicht wegen der schon erwaehnten Einfachverglasung nicht uebermaessig. Da muss also das eine oder andere Glas Rotwein den Koerper von innen waermen … Da hat es unser Housekeeper zu Hause sicherlich waermer. Aber dafuer ist er nicht in Paris. Wer Urlaub machen will muss eben leiden.
Gegenueber des Hauses ist ein asiatischer Imbis. Allerlei Geschaefte sind in der Strasse, aber keins hat Samstag abend geoeffnet. Doch der Asiate reicht aus fuers Abendessen. Und die Metro (Pont de Neuilly) ist gleich um die Ecke.
18. Nov. 2007
von Helge Siems in Kategorie Paris
Die Metro in Paris wird bestreikt. Es ist nicht so, dass gar keine Metro faehrt, aber man muss sich teilweise schon etwas gedulden. Immerhin scheint es als kleine Entschaedigung so zu sein, dass die Metro kostenlos ist. So wie hier bei Spiegel-Online beschrieben wa es zumindest am Wochenende nicht mehr.
11. Nov. 2007
von Helge Siems in Kategorie Garten
“Die Geschmacksfälschung durch Aromen sollte ebenso verboten und hart bestraft werden wie Geldfälschung.” (Quelle)
Interessanter Ansatz von Hans-Ulrich Grimm in der Schrotundkorn. Die verschiedenen Definitionen von Aroma sind nicht intuitiv als das zu verstehen was sie sind. Denn laut Wikipedia müssen selbst natürliche Aromen nicht von dem Lebensmittel stammen, das sie imitieren.
Die These von Herr Grimm ist jetzt, dass der Körper durch Aromen in die Irre geführt werde. Er stellt sich zum Beispiel bei einem Erdbeeraroma darauf ein, Erdbeeren verarbeiten zu müssen. Wenn dann keine Erdbeeren kommen, gebe es ein Ungleichgewicht im Körper. Ein bisschen vernetzt gedacht kann man leicht darauf kommen, dass ein Ungleichgewicht eine Schieflage bedeutet, die nicht dem Optimum entspricht.
Jetzt stellt sich die Frage: entsteht diese Schieflage durch Geschmacksfälschung auch dann, wenn unser Körper von Anfang an nur Aromen zu sich nimmt und das Original zumindest aus eigener Erfahrung nicht kennt? Ich habe jedenfalls in den letzten Tagen erstmal fünf neue Apfelbäume gepflanzt. ;)
10. Nov. 2007
von Helge Siems in Kategorie Internet sonstwas
Ich bin der Meinung: “Es gab in Deutschland mal ein Fernmeldegeheimnis.” Laut Wikipedia ist aus der Legaldefinition im TKG und StGB abzuleiten: [...] unterliegen dem Fernmeldegeheimnis „[...] insbesondere die Tatsache, ob jemand an einem Telekommunikationsvorgang beteiligt ist oder war“ [...].
Gestern (am bedeutungsvollen 9.11.) wurde das Fernmeldegeheimnis nach meinem Verständnis vom Deutschen Bundestag erheblich eingeschränkt. Nach dem Wunsch der Abgeordneten (wenn auch nach Vorlage durch die EU) müssen Provider (Internet und Telefon) in Zukunft die Verbindungsdaten von Telefonie und Internetdiensten für 6 Monate speichern. Der Eingriff in die Persönlichkeitsrechte liegt vor allem darin, dass mit den erfassten Daten Profile erstellt werden können. Dieser Ansicht ist laut heise auch die Ex-Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (warum wird eigentlich eine Session eröffnet, wenn die Seite aufgerufen wird?).
Zur Vorratsdatenspeicherung wird von einem Berliner Rechtsanwalt eine Verfassungsbeschwerde vorbereitet, die eingereicht wird, wenn der Bundespräsident den Gesetzentwurf unterschreiben sollte.
Ich denke ja eigentlich: ich habe nichts zu verbergen, sollen sie doch speichern. Das Problem ist nach meiner Auffassung: wo Daten gespeichert werden ist Mißbrauch möglich. Das ist für mich Grund genug, die Vorratsdatenspeicherung abzulehnen. Deshalb beteilige ich mich auch an der Verfassungsbeschwerde.
Kritisch beleuchtet werden hier die Argumente für die Vorratsdatenspeicherung. Zum Beispiel: “Der Zugriff auf die gespeicherten Daten ist nur unter engen Voraussetzungen (z.B. richterliche Anordnung) zulässig.”
9. Nov. 2007
von Helge Siems in Kategorie sonstwas
Der 9.11. hatte viele Ereignisse. Schöne wie die Gründung der ersten deutschen Republik oder den Mauerfall und zumindest ein bedeutendes unschönes wie die Novemberprogrome 1938. Persönlich war ich nur beim Mauerfall 1989 dabei.
Deshalb erlaube ich mir, dieses für mich äusserst bedeutende Ereignis heute zu feiern. Es ist sicherlich politisch korrekt, den 9. November nicht zum Nationalfeiertag gemacht zu haben. Das ist aber imho kein Grund, den Mauerfall nicht zu feiern. Bei Harald Schmidt war gestern singemäß die Rede von: “Die Vereinigung wird volljährig.” Korrekt ist das so nicht, aber wer hätte gedacht, dass das schon 18 Jahre her ist. Ja, alt (und reif ?) sind wir geworden.